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Die 3 wichtigsten Tipps für eine lange Zahngesundheit

Häufig denken wir erst in dem Augenblick über unsere Zähne nach, wenn es zu Problemen kommt. Dies geschieht sogar immer seltener, denn rund 81 Prozent der Kinder sind bereits kariesfrei, auch bei Erwachsenen ist die Zahl seit 1997 um dreißig Prozent gesunken, wie die Zahnärztekammer in einer Studie mitteilt. Selbst Zahnfleischerkrankungen gehen in ihrer Zahl zurück, wobei es insgesamt jedoch eine neue Problematik gibt. Da die Menschen stets älter werden, steigen auch der Behandlungsbedarf und die Wichtigkeit des Erhalts der Zahngesundheit. Dieser Artikel geht auf die drei wichtigsten Punkte im Bereich der Zahngesundheit ein und erklärt, wie es gelingen kann, auch noch im hohen Alter kraftvoll mit den eigenen Zähnen zubeißen zu können.

Regelmäßig Kontrollen beim Zahnarzt sind wichtig für die Zahngesundheit (© rgerber / pixabay.com)

Regelmäßig Kontrollen beim Zahnarzt sind wichtig für die Zahngesundheit. (© rgerber / pixabay.com)

Tipp 1 – gute Mundhygiene in Eigenregie

Das A und O ist tatsächlich die tägliche Zahnpflege in Eigenregie. Wird sie vernachlässigt oder fehlerhaft durchgeführt, kommt es automatisch zu Schäden, die sich wiederum in Zahnerkrankungen ausweisen. Nur, worauf kommt es bei der Mundhygiene an? Zuerst einmal auf das Zähneputzen:

  • Regelmäßigkeit – die Zähne sollten mindestens zwei Mal täglich für mindestens zwei bis drei Minuten gereinigt werden. Morgens und abends ist die gängige Praxis, doch auch am frühen Nachmittag verschafft die Reinigung nicht nur ein sauberes Mundgefühl, sondern entfernt gefährliche Bakterien. Zu häufig dürfen die Zähne übrigens auch nicht geputzt werden. Die regelmäßige Höchstzahl liegt bei fünf Mal täglich – häufigere Reinigungen schaden dem Zahnschmelz und können das Zahnfleisch reizen.
  • Technik – richtiges Zähneputzen will gelernt sein. Das Putzen sollte sanft in kreisrunden Bewegungen erfolgen, wobei ein Kreis immer knapp zweieinhalb Zähne betrifft. Wichtig ist, die Zähne von allen Seiten ordentlich zu reinigen. Vor dem eigentlichen Putzen werden die Zahnzwischenräume mit Zahnseide behandelt, sodass Essensreste oder hartnäckiger Belag entfernt werden. Nun kann die Zahncreme auch in den Zwischenräumen wirken.
  • Putzmittel – effektiver sind elektrische Zahnbürsten. Generell gilt jedoch, bei der Wahl der Zahnbürste, bzw. des Bürstenkopfes keinen Fehler zu machen. Der Kopf muss so klein sein, dass auch die hinteren Partien der Backenzähne erreicht werden können. Abgerundete, nicht zu harte Borsten schützen zudem den Zahnschmelz und greifen das Zahnfleisch nicht an. Welche Zahncreme genutzt wird, ist an und für sich jedem selbst überlassen. Allerdings gilt bei Whitening-Produkten das Prinzip der Vorsicht. Sie enthalten sehr grobe Schmirgelstoffe, die wiederum nicht nur Beläge und Verfärbungen, sondern Schmelz mit abtragen. Mundspülungen können genutzt werden, doch ersetzen sie niemals eine sorgfältige Reinigung. Das gilt auch für die Zungenpflege.

Generell gilt immer noch, dass das Putzen nicht direkt nach dem Verzehr säurehaltiger Speisen erfolgen sollte. Hierzu gehören übrigens auch Weinsorten. Die Säure greift den Schmelz an; das sofortige Putzen könnte nun mehr schaden als nützen.

Video: Das richtige Putzen der Zähne ist wichtig – so funktionierts. Quelle: AOK/youtube

Tipp 2 – regelmäßige Vorsorge

Trotz der besten Mundhygiene kann es zu Zahnerkrankungen kommen. Gerade bei nicht perfekt stehenden Zähnen ist die Zahnhygiene zudem nicht allzu einfach, sodass hier Gefahrenpotenzial für die Zahngesundheit lauert. Daher gilt, einmal, besser zwei Mal jährlich einen Vorsorgetermin beim Zahnarzt wahrzunehmen. Dieser hat mehrere Hintergründe:

  • Allgemeine Kontrolle – der Zahnarzt kann schadhafte Stellen oder auftretende Probleme wesentlich besser erkennen, als der Patient. Zumal fallen häufig Zahnprobleme erst dann auf, wenn es zu Schmerzen kommt. Ist dies jedoch der Fall, ist der Schaden schon beträchtlich.
  • Rasche Hilfe – viele kleinere Schäden lassen sich durch die regelmäßige Kontrolle sogleich beheben. So ist es oft gar nicht notwendig, bei Karies immer zu bohren. Hat sich das Loch noch nicht gebildet, gibt es vielzählige weitere Behandlungsmethoden, die die eigentliche Erkrankung verhindern. Ein ganzheitlicher Ansatz wie in der Zahnarztpraxis Dr. Lünenbürger in Ibbenbüren ist hier sehr hilfreich.
  • Zahnstein – Zahnstein ist die Hauptursache für Parodontitis. Trotz einer gründlichen Zahnhygiene bildet er sich in den Zahnzwischenräumen oder an der Rückseite der Frontzähne. Während der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung wird der Zahnstein leicht entfernt.
  • Tiefe Kontrolle – jährlich sollte ein Röntgenbild von den Zähnen erstellt werden. Dieses hat den Grund, dass auf dem Bild auch unterhalb des Zahnfleisches sitzender Karies erkannt wird. Ebenso lassen sich Wurzelveränderungen und Zahnzysten erkennen und nun rechtzeitig behandeln (vgl. Zahnwurzelbehandlung).

Die Zahnmedizin ist heute so weit, dass viele Zahnerkrankungen praktisch im Keim erstickt werden können – wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Anfängliche Karies kann versiegelt werden, Zahnfleischerkrankungen und Entzündungen behoben. Gerade der letzte Aspekt ist wichtig, denn bildet sich das Zahnfleisch zurück, lockern sich nicht nur die Zähne, auch der Kieferknochen kann angegriffen werden. Geschieht dies, wird es immer schwerer, im Alter Zahnimplantate zu verwenden.

Tipp 3 – professionelle Zahnreinigung für längere Zahngesundheit

Die professionelle Zahnreinigung ist nicht allein aus medizinischer Sicht einmal jährlich empfehlenswert, sie hat auch einen ästhetischen Nutzen. Denn durch die besondere Reinigung werden Verfärbungen ebenfalls entfernt und die Zähne erscheinen wesentlich weißer – auch ohne Bleaching oder Zähne verblenden. Patienten sollten jedoch auf Folgendes achten:

  • Dauer – leider gibt es Zahnärzte, die eine Zahnreinigung mit äußerst kurzer Dauer anbieten. Eine echte professionelle Zahnreinigung kostet hingegen Zeit. Bei Erwachsenen dauert sie um die 60 Minuten, Erstreinigungen durchaus 90 Minuten.
  • Ablauf – zuerst wird der Status der Mundhygiene ermittelt. Dazu werden die Zähne, besser gesagt, der Plaque, eingefärbt. Das Zahnfleisch wird kontrolliert und schließlich mit der eigentlichen Reinigung begonnen.
  • Beratung – im Rahmen der professionellen Zahnreinigung werden Patienten – abhängig ihres Mundhygienestatus – beraten. Diese Beratung kann eine Putzschule beinhalten. Häufig sollen Patienten ihre Putzutensilien mit in die Praxis bringen, damit geprüft werden kann, ob die Zahnbürste zum eigenen Mund passt.

Einmal jährlich wird die professionelle Zahnreinigung von der Zahnzusatzversicherung übernommen. Doch auch übliche Krankenkassentarife bieten mitunter Zuschüsse zur Reinigung an. Wer die Kosten selbst zahlen muss, sollte mit einer Gebühr von 100,00 – 200,00 Euro rechnen. Experten halten dies jedoch für eine sinnvolle Investition in die Zahngesundheit.

Die Zahnreinigung bringt neben medizinischen auf kosmetische Effekte – auch wenn eine so starke Veränderung wohl nur durch andere zahnärztliche Maßnahmen möglich ist. (© geralt / pixabay.com)

Die Zahnreinigung bringt neben medizinischen auf kosmetische Effekte – auch wenn eine so starke Veränderung wohl nur durch andere zahnärztliche Maßnahmen möglich ist. (© geralt / pixabay.com)

Die Zahnreinigung bringt neben medizinischen auf kosmetische Effekte – auch wenn eine so starke Veränderung wohl nur durch andere zahnärztliche Maßnahmen möglich ist.

Fazit – den dritten Zähnen keine Chance

Wer im jungen Erwachsenenalter schon auf eine gute Mundhygiene, regelmäßige Vorsorgen und professionelle Reinigungen wert legt, der könnte das Glück haben, auch noch im hohen Alter kräftig mit den eigenen Zähnen zubeißen zu können. Die Statistik zeigt, dass immer mehr Senioren eine höhere Anzahl eigener Zähne besitzen, als früher. Und da die Menschen immer älter werden, ist die Mundhygiene für die Zahngesundheit so immens wichtig. Die eigenen Zähne werden heute so viel länger benötigt, als noch vor fünfzig Jahren, dass die Zahngesundheit wirklich im Mittelpunkt stehen sollte – und nicht erst, wenn es schmerzt.

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Publiziert am: 4. März 2019

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