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T-Helferzellen des Immunsystems: Funktion / Aufgabe

T-Helferzellen gehören zur Gruppe der T-Zellen und spielen eine bedeutende Rolle für das Immunsystem. Der Buchstabe T steht für Thymus, eine Drüse, die im Organismus die Funktion der Ausreifung und der Differenzierung der T-Lymphozyten übernimmt. Die T-Zellen gelangen über die Blutbahn in sekundär lymphatische Organe und dienen dort der Immunabwehr. Eine Subgruppe trägt das Merkmal CD4, diese CD4-positive T-Zellen werden auch T-Helferzellen genannt.

Funktion & Aufgabe der Helferzellen

Die T-Helferzellen sind für die Steuerung und Koordinierung der Immunantwort verantwortlich. Ihre erste Aufgabe besteht darin, Antigene sowie antigen-präsentierende Zellen zu erkennen und zu kontrollieren. Anschließend entscheiden sie, ob eine Immunreaktion notwendig ist. Sie geben diese Informationen über die erkannten Fremdzellen weiter, indem sie über unterschiedliche Rezeptoren mit den sog. Killerzellen Kontakt aufnehmen, welche dann die Eindringlinge bekämpfen. Durch die Produktion verschiedener Zytokine (hormonartiger Mittlerstoffe, die zum Informationsaustausch zwischen den Zellen dienen) werden die B-Zellen, die ihrerseits Antikörper produzieren, zur Teilung angeregt.

Lymphozyten / T-Helferzellen (© Juan Gärtner - Fotolia.com)

Lymphozyten / T-Helferzellen (© Juan Gärtner – Fotolia.com)

Die spezielle Rolle der T-Helferzellen

In der spezifischen Abwehr von Krankheitserregern haben sich die T-Helferzeller wiederum spezialisiert und reagieren jeweils auf Viren, Bakterien oder Parasiten, die sie erkennen sollen. Sie sind also auf einen Erregertyp geprägt. Man unterscheidet zwischen mehreren Untergruppen, insbesondere zwischen Th1- und Th2-Zellen.

  • Th1-Zellen sind auf Keime und Viren spezialisiert, die sich innerhalb der Zellen befinden,
  • während Th2-Zellen sich auf Erreger und Parasiten außerhalb der Zellen konzentrieren.

Die Rolle der T-Helferzellen wird am Beispiel der HIV-Infektion deutlich. Nach dem Eindringen in die Blutbahn ist das Virus in der Lage, an CD4-T-Zellen, also T-Helferzellen zu binden, so dass diese ihre Funktion nicht mehr erfüllen können. Folglich kann der Organismus sich nicht mehr ausreichend gegen Bakterien und anderen Erreger wehren, die z.B. durch eine Tröpfcheninfektion übertragen wurden. Für gesunde Menschen leichte Infektionen können schließlich einen letalen Verlauf nehmen.

T-Helferzellen können aber auch eine Immunantwort auslösen, die sich gegen den eigenen Körper richtet. Bei der rheumatischen Arthritis sollen die T-Helferzellen körpereigenes Gewebe als fremd identifizieren und daraufhin eine Entzündung veranlassen. Auch bei Allergikern lösen T-Helferzellen beim Eindringen von Allergenen eine falsche Immunantwort aus, die zur Ausschüttung von Histamin führt, einem aggressiven Hormon, das hier den eigenen Körper angreift.

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