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Warzenarten: Kompass durch den Warzen-Dschungel

Warze ist nicht gleich Warze, denn klinisch können verschiedene HPV-induzierte Warzenerkrankungen und Warzenarten unterschieden werden. Sie werden durch unterschiedliche HPV-Viren ausgelöst und unterscheiden sich zudem durch ihre anatomische Lokalisation voneinander. Warzen können einzeln auftreten, groß, winzigklein, flach oder erhaben sein, eine kleine Gruppe bilden oder zu regelrechten Warzenbeeten zusammenfließen, die relativ große Hautareale bedecken. Und dann gibt es da noch einige Warzen, die nicht auf eine Infektion mit HPV zurückzuführen sind, sondern durch andere Virengruppen ausgelöst werden können, nämlich den Pockenviren.

Beim folgenden Text über die verschiedenen Warzenarten handelt es sich um einen Auszug aus dem eBook Warzen loswerden, erhältlich bei Amazon.

Eine Google-Bildersuche nach dem Stichwort 'Warzen' zeigt eine nicht gerade appetitliche, aber doch informative Übersicht über unterschiedliche Ausprägungen von Warzen

Eine Google-Bildersuche nach dem Stichwort ‚Warzen‘ zeigt eine nicht gerade appetitliche, aber doch informative Übersicht über unterschiedliche Ausprägungen von Warzen

Gewöhnliche Warzen (Verrucae vulgares)

Die vulgäre, gewöhnliche Warze wird in Deutschland nahezu ausschließlich durch HPV 2, 27 und 57 hervorgerufen und ist die Warzenart, die in der Altersgruppe zwischen 11 und 30 Jahren am häufigsten anzutreffen ist. An den Fußsohlen führen HPV 2, 27 und 57 zu flachen Warzen, die nach innen wachsen und an den anderen Körperstellen wie Finger, Handrücken und -innenflächen eher nach außen wachsen, was ihnen das weiter oben beschriebene typische Aussehen einer Warze verleiht.

Die vulgäre Warze liebt Gesellschaft, tritt meist multipel auf und breitet sich gerne aus. Meist findet sich eine „Mutterwarze“ in Form eines scharf begrenzten, derben hautfarbenen Knötchens, das im Verlauf an Größe zunimmt. Durch Autoinokulation entstehen meist in der unmittelbaren Nachbarschaft mehrere „Tochterwarzen“. HPV 2/27/57-induzierte Warzen weisen eine ausgesprochene Hartnäckigkeit auf und stellen den Großteil der Warzen dar, die man so schnell nicht wieder los wird und den Betroffenen durchschnittlich länger als 18 Monate erhalten bleiben, sofern nicht therapeutisch eingegriffen wird. Die vulgäre, gewöhnliche Warze bereitet in aller Regel keine Beschwerden.

Die Hartnäckigkeit der unbehandelten vulgären Warzen ist auf die Strategie der auslösenden HPV-Subtypen zurückzuführen, die im Laufe der Evolution gelernt haben, das Immunsystem der Betroffenen auszutricksen. Die Warzen selbst enthalten nämlich kaum infektiöses Material, weshalb das Immunsystem sie meist erst sehr spät bemerkt. Und so können sie sich lange Zeit unbehelligt vom Immunsystem ausbreiten, kleine Gruppen bilden und viele Monate bestehen bleiben.

Dornwarzen (Verrucae plantares)

Besondere Erwähnung sollten die HPV1-/2-/4-/60- und 63-induzierten Plantar- oder Dornwarzen finden, die eine Untergruppe der Warzenart der vulgären Warzen darstellen und an den Fußsohlen tiefe, schmerzhafte Veränderungen hervorrufen. Dornwarzen werden durch das Körpergewicht in die Haut eingedrückt, sie wachsen sozusagen nach innen und haben daher nicht das typische knötchenförmige Aussehen der gewöhnlichen Warzen. Plantarwarzen enthalten viel Virusmaterial, weshalb sie besonders ansteckend sind, und werden insbesondere dort verbreitet, wo viele Menschen barfuß laufen. Sie können einzeln oder beetartig in Gruppen vorkommen und werden nicht selten mit Hornschwielen oder Hühneraugen verwechselt.

Dornwarze unter dem Fuß (© Arve Bettum / Fotolia)

Dornwarze unter dem Fuß (© Arve Bettum / Fotolia)

Pinselwarzen (Filiforme Verrucae)

Eine weitere Sonderform der vulgären Warzen sind die dünnen, faden- oder zapfenförmigen Pinselwarzen, die häufig im Gesicht oder am Hals auftreten. Bei Männern kann es bei dieser Art von Warzen durch Rasieren zu einer großflächigen Aussaat der Warzen kommen, weshalb Pinselwarzen, auch wenn sie nur einzeln auftreten und keine Beschwerden verursachen, immer entfernt werden sollten.

Flachwarzen (Verrucae planae juveniles)

Flachwarzen werden durch HPV 3 und 10 verursacht und sind vor allem bei Jugendlichen im Gesicht, an Händen und Unterarmen lokalisiert, wo sie als flache rötliche oder hautfarbene 1-4 mm große Knötchen erkennbar sind, denen die sonst für Warzen typische raue, verhornte Oberfläche fehlt. Flachwarzen sind ausgesprochen hartnäckig und können einige Jahre erhalten bleiben, bevor sie dann spontan abheilen. Außerdem sind sie ausgesprochen rezidivfreudig, d. h. trotz sorgfältiger Entfernung treten sie gerne erneut auf. Beschwerden verursachen Flachwarzen nicht, können aber gerade im Gesicht zu einem außerordentlichen kosmetischen Problem werden.

Flachwarze am Finger (© F.C.G. / Fotolia)

Flachwarze am Finger (© F.C.G. / Fotolia)

Fleischer-/Metzgerwarzen

Metzger haben nicht selten Warzen an den Händen, die auf das HPV 7 zurückzuführen sind. Das Virus führt interessanterweise bei der übrigen Bevölkerung kaum zur Warzenbildung, lässt sich aber in China aus Warzen isolieren, die in den Zwischenzehenräumen lokalisiert sind.

Dellwarzen (Molluscum contagiosum)

Dellwarzen werden durch das Molluscum-contagiosum-Virus, das nicht zu den HPV gehört, sondern zur Gruppe der Pockenviren. Betroffen sind vor allem Kinder im Vor- und Grundschulalter, gelegentlich können aber auch Neugeborene die Warzen entwickeln, wenn sie sich unter der Geburt bei der Mutter mit dem Virus angesteckt haben. Die Inkubationszeit benötigt meist nur mehrere Wochen.

Typisch sind kleine hautfarbene, zentral eingedellte Knötchen, die häufig glänzend aussehen und aus deren Zentrum gelegentlich etwas Hornmaterial herauswächst, was wie eine kleine Tannennadel aussieht und sich auch so anfühlt, wenn man mit dem Finger darüberstreicht.

Bei Kindern, deren Immunsystem intakt ist, heilen die Dellwarzen zu einem großen Prozentsatz über Wochen bis Monate spontan ab. Der Spontanheilung geht eine entzündliche Reaktion voraus, sie sogenannte Mollusken-Dermatitis, der dann ein „Eintrocknen“ der Warzen folgt. Kinder mit einer Neurodermitis entwickeln nicht selten einen ausgedehnten Befall mit Dellwarzen. Dieses Ekzema molluscatum tritt interessanterweise eher bei leichten Formen der Neurodermitis auf und nicht bei schweren Neurodermitisverläufen wie man das eigentlich erwarten würde.

Feigwarzen (Condylomata accuminata)

Feigwarzen oder spitze Kondylome enthalten die Low Risk-HPV 6 und 11. Die Übertragung erfolgt meist durch Haut-zu-Haut-Kontakt und hier in erster Linie durch Sexualverkehr, weshalb Feigwarzen überwiegend im Anogenitalbereich auftreten und zu den besonders gefürchteten Warzenarten zählen. Gelegentlich kommen auch gemeinsames Baden, Saunabesuche und das gemeinschaftliche Benutzen von Handtüchern als Infektionsweg infrage. Risikofaktoren für die Entwicklung von Feigwarzen sind verminderte zelluläre Immunität, Nikotin, bestehende Infektionen mit Herpes-simplex-Viren oder Chlamydien, Analverkehr und Promiskuität.

Feigwarzen gehören mit zu den am häufigsten sexuell übetragbaren Erkrankungen und zeigen einen Häufigkeitsgipfel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, wobei die Zahl an Neuerkrankungen kontinuierlich ansteigt. Feigwarzen sind nicht zu unterschätzen, denn sie sind hochinfektiös und können sich im ungünstigsten Fall innerhalb kurzer Zeit erheblich vermehren. Die Warzen finden sich um den After herum, im Afterkanal und Genitalbereich und können recht unterschiedlich aussehen. Mal sind es stecknadelkopfgroße rötlich bis grau-gelbbraune oder weißliche Knötchen, die sowohl einzeln als auch in Gruppen, gelegentlich beetartig konfluierend auftreten können, oder auch als große blumenkohlartige Knoten gigantische Ausmaße annehmen können. Je nach Lokalisation können Feigwarzen Juckreiz, Nässen und gelegentliche kleinere Blutungen verursachen, schmerzhaft sind sie meist nur selten. Nicht selten verursachen sie auch überhaupt keine Symptome, was über die Behandlungsindikation nicht hinwegtäuschen darf.

Was nach einer Infektion mit HPV 6 oder 10 passiert, kann nicht vorausgesagt werden. Es gibt warzenfreie Übertrager und Betroffene, die lange Zeit nur wenige, kaum erkennbare Feigwarzen haben. Unbehandelt können sie sich jedoch je nach Immunlage urplötzlich vergrößern und vermehren oder aber auch spontan abheilen, was in 30 % der Fälle vorkommt.

Alterswarzen (Verrucae seborrhoicae)

Die in höhrem Lebensalter vorkommenden Verrucae seborrhoicae entwickeln sich überwiegend am Körperstamm. Typisch sich flach erhabene gelbliche bis dunkelbraune ovale Flecken, die von wenigen Millimetern bis zu einigen Zentimetern (!) messen können. Die Veränderungen haben eine zerklüftete Oberfläche und fühlen sich weich an. So beeindruckend die Alterwarzen aufgrund ihrer Größe auch sein können, sie sind harmlos und eine bösartige Entartung ist bei dieser Art von Warzen nicht bekannt.

Alterswarzen (© JPC-PROD / Fotolia)

Alterswarzen (© JPC-PROD / Fotolia)

… Buchauszug; Text gekürzt …

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