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Risiken für unsere Gesundheit im Alltag – worauf sollten wir genau achten?

Die Gesundheit steht für die meisten Menschen an erster Stelle. Eine Umfrage aus dem Jahr 2017 bestätigt es wieder einmal: Die Gesundheit ist für die Deutschen nach wie vor das Wichtigste. Sie steht damit sogar noch vor der Familie und dem Beruf. Somit verwundern Health-Trends im Bereich Ernährung und Sport hierzulande nicht, sondern zeigen, wie stark das Gesundheitsbewusstsein mittlerweile in der Gesellschaft angekommen ist. Doch auch wenn wir einige Bereiche unseres Lebens mittlerweile sehr vital gestalten, existieren nach wie gesundheitliche Risiken, die auf den ersten Blick gar nicht wirklich wahrnehmen. Doch welche sind das und was lässt sich dagegen tun? In diesem Artikel gehen wir solchen gefahren etwas genauer auf den Grund.

© pixabay.com / pasja1000 (CC0 1.0)

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Gesundheitsrisiken in der Atemluft

Ein Bereich ist die Luft, die wir täglich atmen. Gerade in städtischen Gebieten ist das Thema Feinstaub beispielsweise nach wie vor ein ernstes Problem. So zeigen Auswertungen, dass zahlreiche Regionen die Grenzwerte von 50 μg/m³ an mehreren Tagen im Jahr zum Teil deutlich überschreiten. Zwar hat sich die Feinstaubsituation in vielen Gebieten verbessert, aber eine gesundheitliche Gefahr kann trotzdem davon ausgehen. Mögliche Langzeitfolgen sind unter anderem:

  • Allergien
  • Asthma
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Lungenkrebs

Gegensteuern kann hier jedoch im Normalfall nur die Politik, in dem die Grenzwerte weiter angezogen werden.

Darüber hinaus kann uns jedoch innerhalb unserer eigenen vier Wände gesundheitliches Unheil durch die Atemluft drohen. Glücklicherweise besteht diesbezüglich jedoch auch für Einzelpersonen die Möglichkeit, etwas dagegen zu unternehmen, sofern die Gefahr bekannt ist. Mögliche Risiken bestehen in:

  • Schimmelbildung in den eigenen vier Wänden: Schimmel kann die Atemwege erreichen und somit für vielfältige gesundheitliche Probleme Gegenmaßnahmen sind hier jedoch relativ schnell wirksam: Zum einen ist hierbei ein zielführendes Lüftungsverhalten wichtig und zum anderen können Luftentfeuchter dabei helfen, der Schimmelbildung vorzubeugen.
  • Radon: Radon ist radioaktives geruchloses und farbloses Gas, welches heute als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs verantwortlich ist. Es kommt auf natürliche Art und Weise im Boden vor und gelangt so in untere Etagen von Häusern. Wer in entsprechend gefährdeten Regionen wohnt, sollte passende Maßnahmen zum Schutz vornehmen.

Risiken in unserer Nahrung

Gerade die Ernährung ist als Quelle für Gesundheit und als größtes Gesundheitsrisiko immer wieder in der Diskussion. Grundsätzlich gilt bei der Ernährung: Wer sich mit den nötigen Nährstoffen versorgt und dabei maßvoll zugreift, ernährt sich gesund. Trotzdem gibt es problematische Inhaltsstoffe oder Gefahrstoffe, die bei der Produktion von Lebensmitteln entstehen. Dazu gehören unter anderem:

  • Acrylamid: Acrylamid entsteht immer dann, wenn stärkehaltige Lebensmittel stark erhitzt und gebräunt werden (Maillard-Reaktion). Die Temperaturgrenze für die Erhitzung liegt bei ca. 170-180 ˚C – noch heißere Zubereitungsarten sorgen für die Bildung von besonders viel Acrylamid, was vor allem frittierte, gegrillte und stark gebackene Speisen zu einem Problem macht. Acrylamid steht nämlich im Verdacht, erbgutverändernd und damit krebserregend zu sein. Eine EU-Verordnung schreibt seit April 2018 vor, dass Imbissbudenbesitzer und Hersteller von potenziell acrylamidhaltigen Lebensmitteln noch schonendere Verfahren bei der Herstellung anwenden und somit die Lebensmittel auch nicht mehr zu stark erhitzen. Ob die Verordnung am Ende ihr Ziel erreicht, ist bisher noch nicht klar. Verbraucher können sich jedoch schützen, indem sie hauptsächlich wenig gebräunte Lebensmittel zu sich nehmen.
  • Aluminium: Aluminium wird als Inhaltsstoff verschiedener Lebensmittelzusatzstoffe und Farbstoffe verwendet, findet jedoch auch Verwendung in Deodorant-Sprays. Es steht in dem Verdacht, an der Entstehung der Alzheimer-Krankheit beteiligt zu sein.
  • Benzoesäure: Die Benzoesäure kommt in verschiedenen Lebensmitteln wie Pilzen und Blaubeeren natürlich vor, wird allerdings teilweise auch als Konservierungsstoff und Zusatzstoff in Erfrischungsgetränken genutzt. Sie steht in dem Verdacht, krebserregend zu sein und zudem Kopfschmerzen auszulösen.

Diese drei Inhaltsstoffe sollen exemplarisch aufzeigen, dass wir über unsere Nahrung sehr viele versteckte Schadstoffe aufnehmen. Die Liste ließe sich beinahe endlos verlängern und heute wird es wahrscheinlich kaum jemand schaffen, alle Risiken zu umgehen. Aber ein achtsamer Umgang und ein guter Kenntnisstand helfen dabei, gesundheitliche Risiken durch Zusatzstoffe in der Ernährung zu minimieren.

Weitere mögliche Gesundheitsrisiken

Zu den oben beschriebenen Gesundheitsrisiken gesellen sich noch weitere Aspekte, die wir in unserem Alltag häufig schon nicht mehr als Gefahr wahrnehmen:

  • Lärm: Eine dauerhafte Lärmbelastung wie an viel befahrenen Straßen versetzt die dortigen Anwohner in einer Art hintergründigen Dauerstress. Dies kann Konzentrationsstörungen, Schlafstörungen und auch innere Unruhe auslösen.
  • Dauerstress: Nicht nur der Lärm kann für Stress sorgen, sondern auch unser Leben. Wenn sich Betroffene durch die vielen auf sie einstürzenden Stressfaktoren hilflos fühlen und sich dem Alltag nicht mehr gewachsen sehen, ist es meist zu spät. Eine gute Planung und regelmäßige Pausen vom Alltagsstress sind sehr wichtig, um nicht am Ende im Burn-Out oder einer handfesten Depression zu landen.
  • Langes Sitzen: Da es heute sehr viele typische PC-Jobs gibt, ist langes Sitzen heute schon fast Standard. Somit erscheint es nicht verwunderlich, wenn Verspannungen, Rückenschmerzen und müde Augen zu einer Art Volkskrankheit werden. Ein Ausgleich durch Sport kann hier sehr hilfreich sein, um entsprechende Probleme zu verhindern. Darüber hinaus sollten Betroffene überprüfen, ob ihre Position vor dem Bildschirm und ihr Bürostuhl rückenfreundlich sind.

Ein Risikocheck im eigenen Alltag kann helfen, potenzielle Probleme zu erkennen und frühzeitig gegenzusteuern. Somit lassen sich langwierige Folgen häufig vermeiden.

Fazit

Ob Atemluft, Lebensmittel, Lärm oder Stress – die Zahl der gesundheitlichen Risiken in unserem Alltag ist nicht gerade klein. Die Gefahren lauern sprichwörtlich an jeder Ecke und lassen sich in einigen Fällen nicht mal auf den zweiten Blick erkennen. Trotzdem gibt es in den meisten Fällen Ansatzpunkte, mit denen wir es schaffen, die schlimmsten Folgen dieser Entwicklungen rechtzeitig zu bekämpfen und dauerhafte Probleme zu vermeiden. Wer also seinen Alltag auf entsprechende Risiken checkt und Gegenmaßnahmen einleitet, kann sich in der heutigen Zeit auf ein erfülltes und gesundes Leben freuen. Schließlich ist die Gesundheit unser wichtigstes Gut!

 

Publiziert am: 4. Mai 2018