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Prostataerkrankung | Entzündung, Vergrößerung, Krebs?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine exokrine Drüse des männlichen Fortpflanzungssystems bei Säugetieren, also auch beim Menschen. Ihre Funktion liegt darin, eine leicht alkalische und milchige weiße Flüssigkeit zu speichern bzw. abzusondern, die ungefähr 25 bis 30 Prozent des Spermas ausmacht. Alkalisch deshalb, weil so die Säure des Vaginaltrakts neutralisiert wird und der Samen dadurch länger überlebt. Die Prostata verfügt zudem über eine feine Muskulatur, die während der Ejakulation hilft, den Samen herauszuschleudern.

Prostataerkrankungen
Zu den häufigsten Prostataerkrankungen gehören die Prostatitis, die gutartige prostatische Hyperplasie und Prostatakrebs.

Bei der Prostatitis handelt es sich um eine Entzündung der Drüse selbst. Akute und chronische bakterielle Entzündungen werden in aller Regel mit Antibiotika behandelt. Chronische nicht-bakterielle Entzündungen, oft einhergehend mit Beckeninfektionen, machen rund 95% aller Prostatainfektionen aus und können mit Alphablockern, Antihistaminika, Phytotherapeutika, Physiotherapie oder aber auch Operation behandelt werden, je nach individuellen Beschwerden und Schweregrad der Prostataerkrankung.

Prostataerkrankung / Prostata-Vergrößerung (© peterjunaidy - Fotolia.com)

Prostataerkrankung / Prostata-Vergrößerung (© peterjunaidy – Fotolia.com)

Mit gutartiger Prostatahyperperplasie ist eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse gemeint, die mit einem erschwerten Urinieren einhergeht. Häufiger Urinierdrang besteht zwar, ist aber durch eine Verengung des Harnweg kaum oder nur unter Schmerzen möglich. Hier helfen spezielle Medikamente oder minimalinvasive Eingriffe. Nur in ganz seltenen Fällen muss die Prostata komplett entfernt werden; häufiger werden Prostatastents eingesetzt, die den Harnweg wieder öffnen.

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten und betrifft meist ältere Männer. Früh entdeckter Prostatakrebs verbessert die Prognose bei dieser Prostataerkrankung erheblich und sollte ab einem Alter von zirka 40 Jahren regelmäßig erfolgen. Die Untersuchung beinhaltet meist ein rektales Abtasten und/oder die Bestimmung eines spezifischen Prostata-Antigens. Eine Vasektomie, das heißt, die Durchtrennung der Samenleiter im Hodensack des Mannes („Sterilisation“) soll das Risiko, Prostatakrebs zu entwickeln, um mehr als 50 Prozent erhöhen, wobei es neuere Studien gibt, die das widerlegen.

Um reibungslos zu funktionieren benötigt die Prostata Hormone (Androgene), die für die männlichen Geschlechtsmerkmale verantwortlich sind. Eine gesunde Prostata ist üblicherweise nicht viel größer als eine Walnuss.

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Publiziert am: 12. September 2010

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