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Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure: Vorteile, Kontraindikationen, Nebenwirkungen

Das Nervengift Botox – einige Jahre lang unangefochtener Spitzenreiter in der Behandlung von Fältchen und Falten – hat Konkurrenz bekommen. Anstatt die Gesichtszüge zu lähmen, werden die problematischen Hautpartien einfach wieder aufgefüllt. Körpereigene Substanzen wie Kollagen oder Hyaluronsäure ermöglichen ein faltenfreies Äußeres fast ohne Nebenwirkungen – tatsächlich? Kann das neue Wundermittel Hyaluronsäure halten, was es vollmundig verspricht?

Was genau ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure ist ein Mehrfachzucker, d. h. ein langkettiges Zuckermolekül. Als solches hat die Substanz die Eigenschaft, Wasser zu binden – und zwar um bis zu das 6000fache ihres eigenen Gewichts. Aus diesem Grund übernimmt die Hyaluronsäure an vielen Stellen des Körpers die Aufgabe, Zellen und Gewebe zusammenzuhalten. Immerhin besteht der menschliche Körper zu etwa 70 Prozent aus Wasser. Am Beispiel des menschlichen Auges lässt sich sehr gut veranschaulichen, was selbst kleinste Mengen Hyaluronsäure zu bewältigen vermögen: Innerhalb des Auges befindet sich der sogenannte Glaskörper, der zu 98 Prozent aus Wasser besteht – das von nur 2 Prozent Hyaluronsäure zuverlässig zusammengehalten wird. Des Weiteren fungiert die Substanz als Schmiermittel, beispielsweise in den Kniegelenken (siehe Gelenkverkalkung).

Hyaluronsäure kommt fast überall im menschlichen Körper vor, wobei allerdings der Anteil mit zunehmendem Lebensalter kontinuierlich sinkt. Ab dem 60. Lebensjahr sind nur noch 10 Prozent der ursprünglich vorhandenen Menge an Hyaluronsäure nachweisbar – die Folgen bestehen u.a. in der nachlassenden Elastizität von Haut und Bindegewebe, aber auch in Knie- und anderen Gelenksproblemen.

Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure (© Robert Kneschke - Fotolia.com)

Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure (© Robert Kneschke – Fotolia.com)

Hyaluronsäure gegen Falten

Wenn also das Fehlen der Hyaluronsäure überhaupt erst dazu führt, dass Fältchen und Falten entstehen, was also läge näher, als die fehlende Substanz dem Körper einfach wieder zuzuführen und somit Falten auszumerzen? Tatsächlich wird Hyaluronsäure seit einigen Jahren sehr erfolgreich in der kosmetischen Behandlung, aber auch als medizinisches Produkt in der Therapie von Gelenksproblemen eingesetzt.

Falten werden zumeist mit Einspritzungen unter die Haut behandelt, gelegentlich auch mit einem hyaluronhaltigen Gel. Mittlerweile gibt es sogar Cremes auf dem Markt, die dank der zugesetzten Hyaluronsäure eine faltenfreie Haut versprechen. Wie so viele Anti-Aging Cremes helfen allerdings auch diese nur bedingt und wenn, dann nur so lange, wie die spezielle Creme regelmäßig angewendet wird. Erfolgversprechender sind jedoch Injektionen mit Hyaluronsäure, sprich die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure.

Injektionen mit Hyaluronsäure

Die für Injektionen verwendete Hyaluronsäure besteht zum größten Teil aus Wasser. Dieses wird an der gewünschten Stelle unter die Haut gespritzt und füllt dort die fehlende Elastizität auf. Das heißt, auch bei der Hyaluronsäure handelt es sich um einen sogenannten Filler, der nach einiger Zeit vom Körper wieder abgebaut wird. Frühestens nach vier Monaten, spätestens jedoch nach einem Jahr lässt die glättende Wirkung allmählich nach und eine erneute Behandlung wird notwendig. Aufgrund des hohen Wasseranteils handelt es sich bei dem zu injizierenden Mittel um ein viskoses Gel in verschiedenen Stärken. Je nachdem, ob erste, feine Fältchen oder ausgeprägte Falten behandelt werden sollen, ist das Gel mehr oder weniger flüssig.

Anwendungsgebiete von Hyaluronsäure

Hyaluronsäure lässt sich bei ganz verschiedenen Problemzonen anwenden. Ganz typische Unterspritzungen werden z. B. gegen Stirnfalten, aber auch in der Nasolabialfalte oder gegen Krähenfüße vorgenommen. Des Weiteren kommt Hyaluronsäure oft zum Einsatz, um etwa schmale bzw. schmal gewordene Lippen wieder aufzufüllen.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Hyaluronsäure ist nicht die Kosmetik, sondern die Medizin. Gerade mit zunehmendem Alter klagen viele Ältere über Gelenksprobleme, insbesondere im Kniegelenk. Erkrankungen wie beispielsweise Arthrose führen zu starken Schmerzen sowie dazu, dass der Betroffene kaum noch laufen kann. Eine Behandlungsmethode besteht darin, das fehlende Schmiermittel fürs Gelenk, die Hyaluronsäure, einzuspritzen. Allerdings hat sich gezeigt, dass diese Einspritzungen gerade bei einer fortgeschrittenen Arthrose nur kurzfristige Erfolge zeigen.

Welche Vorteile hat Hyaluronsäure?

Der natürliche Filler Hyaluronsäure gilt als sehr gut verträglich. Dadurch, dass es sich um eine von Natur aus im menschlichen Körper vorhandene Substanz handelt, wird diese vom Immunsystem nicht als fremd erkannt – ergo treten allergische Reaktionen bzw. Überempfindlichkeitsreaktionen nur sehr selten auf. Im Gegensatz zu künstlichen Fillern wie z.B. Silikon sind Spätfolgen wie etwa Einwachsungen oder Entzündungen ebenfalls sehr selten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie bei jedem medizinischen Eingriff können natürlich auch bei einer Injektion mit Hyaluronsäure Nebenwirkungen auftreten. Allergische Reaktionen sind, wie bereits erwähnt, sehr selten. Häufig treten aber Hämatome – d.h. blaue Flecken – auf, die aber nach einigen Tagen wieder verschwinden. Diese Hämatome entstehen durch die Verletzung kleiner Blutgefäße im Zuge der Injektion. Die Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen ist abhängig vom verwendeten Präparat sowie von der Kompetenz und Erfahrung desjenigen, der die Hyaluronsäure injiziert. Anders ausgedrückt: Wer sich dafür entscheidet, seine Falten mit Hilfe von Hyaluronsäure glätten zu lassen, sollte sich nicht an irgendeinen selbsterklärten Fachmann wenden, sondern an jemanden, der nachweisbar über die entsprechende Kompetenz verfügt.

Faltenbehandlungen - Anzahl in Deutschland nach Geschlecht und Art des Eingriffs (Quelle: STATISTA / GÄCD)

Faltenbehandlungen – Anzahl in Deutschland nach Geschlecht und Art des Eingriffs (Quelle: STATISTA / GÄCD)

Wann ist von einer Behandlung mit Hyaluronsäure abzuraten?

Zwar gilt die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure als recht risikoarm, doch bestimmte Erkrankungen / Indizien erhöhen das Risiko, teils erhebliche Nebenwirkungen zu erleiden.

Nicht erlaubt ist die Hyaluronsäure-Unterspritzung in folgenden Fällen:

  • Schwangerschaft
  • Allergie gegen das Präparat
  • Allergie gegen Hühnereiweiß
  • Allergie gegen Betäubungsmittel und bestimmte Medikamente
  • Einnahme von Blutverdünnern, z. B. Marcumar
  • Herpes an der zu unterspritzenden Stelle
  • eine Autoimmunerkrankung in der engeren Verwandtschaft
  • Herzerkrankung

Kosten einer Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure

Die Kosten einer Behandlung mit Hyaluronsäure beginnen bei etwa 300 EUR für die Behandlung lediglich der Nasolabialfalte. Sollen mehrere Problemzonen behandelt werden, so können sich die Gesamtkosten auf bis zu 1200 bis 1500 EUR belaufen. Wie viel tatsächlich bezahlt werden muss, hängt schließlich vom Anbieter sowie von dem verwendeten Präparat ab.

YOUTUBE: Biologische Faltenunterspritzung mit Hyaluron – Seminar an den Paracelsus Schulen > Selbst Heilpraktikerschulen lehren inzwischen das Unterspritzen von Falten mit Hyaluron
(www.youtube.com/watch?v=KDUZ155oX0s)

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Publiziert am: 4. August 2014

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