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Protein-Drinks – Vorteile und Nachteile

Proteine, die umgangssprachlich als Eiweiße bezeichnet werden, sind lebenswichtige Bausteine für den Aufbau von Antikörpern, Hormonen, Sehnen, Muskeln und vielen weiteren organischen Strukturen. Neben den Kohlenhydraten und Fetten zählt Eiweiß zu den Grundnährstoffen des Menschen. Mit der zunehmenden Begeisterung für Gesundheit, Fitness und Kraftsport haben Proteine eine immense Aufwertung erfahren: einerseits soll ein hoher Konsum an diesem Nährstoff unterstützend bei Gewichtsverlusten wirken (siehe Eiweiß-Diät), andererseits der Garant für erfolgreichen Muskelaufbau sein. Schon seit langem gibt es dazu Eiweißkonzentrate, die in Form eines Protein-Drinks verzehrt beide Ziele unterstützen sollen. Doch welche Vor- und Nachteile bieten diese Nahrungsergänzungsmittel gegenüber den herkömmlichen Lebensmitteln?

Protein-Drink / Eiweiß-Shake-Pulver (© ExQuisine/Fotolia)

Protein-Drink / Eiweiß-Shake-Pulver (© ExQuisine/Fotolia)

Vorteile von Protein-Drinks

Protein-Drinks bieten zunächst den Vorteil, dass sie den Körper mit reinem Eiweiß versorgen. Ein gleichzeitiger Konsum von Kohlenhydraten und Fetten bleibt aus, was jedoch bei dem Verzehr von eiweißreichen Lebensmitteln nicht immer der Fall wäre. Darum eignen sich die Drinks besonders gut für Ernährungsformen, bei denen viel Wert auf eine geringe und genaue Aufnahme an Kohlenhydraten gelegt wird. Infolgedessen bewirken sie eine verringerte Energieaufnahme, da Kalorien aus Fetten und Zuckern eingespart werden. Ebenso sind in den Präparaten keine Stoffe wie Purin und Cholesterin enthalten, die sich in tierischen Nahrungsmitteln finden und Gicht sowie Fettstoffwechselstörungen hervorrufen können.

Unmittelbar nach einem anstrengendem Training ist der Körper auf eine schnelle Zufuhr von Eiweißen angewiesen. Nur durch Protein-Drinks kann eine rasche Regeneration im Anschluss auf eine Belastung gewährleistet werden, da sie rasch zuzubereiten sind und schnell verzehrt werden können. Konzentrate, die aus Molkeeiweiß hergestellt werden, sind nach dem Training aufgrund ihrer schnellen Verfügbarkeit im Organismus vorzüglich geeignet. Gewöhnliche Lebensmittel sind hingegen oftmals ungeeignet, da sie unhandlich und schwerer verdaut werden.



Eiweißbedarf im Tagesablauf decken

Nicht nur direkt nach dem Training, sondern auch zu anderen Zeiten des Tages ist der Körper auf bestimmte Eiweiße angewiesen. Morgens oder vor dem Schlafengehen sind maßgeblich Proteine gefragt, deren Aminosäuren über einen längeren Zeitraum aufgenommen werden. Dies gewährleisten Drinks, die Caseinprotein verwenden. Molke und Casein werden jedoch aus Milch gewonnen und sind folglich für Sportler mit Laktore-Intoleranz ungeeignet. Diese können alternativ auf Konzentrate aus Eiprotein zurückgreifen.

Gleichwohl bieten Proteindrinks generell für Vegetarier die Möglichkeit ihren Proteinbedarf zu decken. Für Veganer verhält es sich genauso: Über Präparate auf Soja-, Weizen-, Erbsen- oder Kartoffelbasis können ausreichend Eiweiße aufgenommen werden. Die zahlreichen auf dem Markt angebotenen Produkte erweisen sich als vorteilhaft und ermöglichen eine Auswahl je nach Zeitpunkt der Anwendung und individuellen Bedürfnissen.

Für viele Menschen erweist sich der Konsum von eiweißreichen Lebensmitteln als problematisch, da dies unerwünschte Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Blähungen oder andere Verdauungs-Beschwerden, hervorrufen kann. Auch hier schaffen Protein-Drinks aufgrund ihrer leichten Verdaulichkeit für Abhilfe.

Nachteile von Proteindrinks

Die Nachteile von Eiweißkonzentraten beginnen bei deren Zusammensetzung. Für eine angemessene Regeneration und erfolgreichen Muskelaufbau ist es wichtig, dass ein Drink eine gute Kombination aus Aminosäuren besitzt, insbesondere der acht essentiellen Vertreter. Da sie nicht eigens vom Körper hergestellt werden, müssen sie zwangsweise über die Nahrung aufgenommen werden. Dieses Kriterium erfüllen bei weitem nicht alle verfügbaren Präparate, da sie oftmals aus nur einem Eiweiß hergestellt werden. Folglich ist es vor dem Kauf eines Produktes nötig, dessen Zusammensetzung und Aminosäurespektrum zu überprüfen.

20 Aminosäuren im Überblick (© Vasilius - Fotolia.com)

20 Aminosäuren im Überblick (© Vasilius – Fotolia.com)

Protein-Drinks werden in der Regel ohne Verwendung von Einfachzuckern hergestellt und beinhalten stattdessen künstliche Süßungsmittel und Aromastoffe, um einen angenehmen Geschmack zu gewährleisten. Gleichermaßen werden Farbstoffe oder andere chemische Zusätze beigefügt. Doch gerade viele Sorten von Süßungsmitteln stehen aufgrund möglicher Nachwirkungen im Verruf: so wird der Süßstoff Aspartam mit Kopfschmerzen nach dem Verzehr in Verbindung gebracht. Der Nutzen von chemischen Zusätzen zu Gunsten geschmacklicher Perfektion ist individuell zu bewerten.

Darüber hinaus werden in Proteinkonzentraten Vitamin- und Mineralstoffmischungen verwendet. Dem ist vorerst nichts zu widersetzen, allerdings ist beim täglichen Verzehr mehrerer Protein-Drinks durchaus eine Überdosierung an Vitaminen möglich. Dies ist auf Dauer nicht der Gesundheit dienlich.

Ergänzungen wie Creatin oder L-Carnitin werden seit geraumer Zeit ebenfalls manchen Präparaten beigemischt. Creatin, welches den Muskelaufbau unterstützt, kann jedoch nur mit einer großen Menge Kohlenhydraten und in Form einer Kur ideal aufgenommen werden. Beides wird durch Protein-Drinks nicht ermöglicht. Der Zusatz von L-Carnitin erweist sich auch als fraglich, da dessen positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel durch Studien angezweifelt wird.

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Besser Qualität kaufen

Grundsätzlich ist beim Kauf eines Proteinkonzentrats auch auf dessen Qualität zu achten. Zwar sind die namhaften Hersteller preisintensiver, jedoch ist die Gefahr geringer, dass minderwertige Eiweiße verwendet oder die Präparate gestreckt werden. Selbst Fälle, bei denen anabole Steroide untergemischt wurden, sind von No-Name-Produkten bekannt.

Häufig wurde der Konsum von Protein-Drinks mit einem möglichen Risiko für die Nieren in Verbindung gebracht. Eine Trinkmenge von 2-3 Litern am Tag genügt jedoch, um das Ausscheidungsorgan nicht zu gefährden. Auf derartige Präparate allein sollte zur Deckung des täglichen Eiweißbedarfes jedoch nicht gesetzt werden, denn nur durch eine Kombination aus pflanzlichen und tierischen Lieferanten des Grundnährstoffs wird der Organismus gleichzeitig mit ausreichend sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen versorgt. Eine ausgewogene Ernährung als Grundlage für Gesundheit und Fitness können sie bei weitem nicht ersetzen.

Publiziert am: 27. Juli 2010

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