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Zunge, Zungenpflege und was man gegen Zungenbelag tun kann

Die Zunge ist ein multifunktionales Organ und erfüllt im menschlichen Körper elementare Funktionen. Als Sinnesorgan beim Essen oder als funktionaler Muskel für die Bildung von Sprache und Lauten ist sie unersetzlich. Welche Aufgaben leistet die Zunge, wie ist sie aufgebaut und wie kann man die Zunge richtig pflegen?

Zunge, Zungenpflege und was man gegen Zungenbelag tun kann (© pixabay / 2588541)

Zunge, Zungenpflege und was man gegen Zungenbelag tun kann (© pixabay / 2588541)

Verschiedene Geschmacksbereiche auf der menschlichen Zunge

Mit Hilfe der Zunge kann der Mensch fünf verschiedene Geschmacksrichtungen unterscheiden. Die Geschmackspapillen können über die Geschmacksknospen unterscheiden in süß (Zungenspitze), sauer (Seitenränder der Zunge), salzig (ebenfalls Zungenränder), bitter (hinterer Bereich der Zunge in Richtung Rachen) und umami – einem herzhaften Geschmack.

Aufbau der Zunge

Die menschliche Zunge ist im Wesentlichen ein komplexer Muskel, der sich durch die Besonderheit auszeichnet, dass er sich sowohl verkürzen als auch aktiv verlängern kann, zum Beispiel beim Eislecken oder Zunge rausstrecken. Neben den Geschmacksbereichen mit den Papillen und Geschmacksknospen verfügt die Zunge auch über mechanische Papillen, die die Konsistenz und die Zusammensetzung sowie einzelne Bestandteile der Nahrung wahrnehmen können. Unterteilt wird die Zunge in Zungenspitze, Zungenrücken und Zungenwurzel. An der Unterseite der Zunge ist das sogenannte Zungenbändchen mit dem Zungenboden verwachsen.

Was die menschliche Zunge leistet

Muskelaufbau ist bei der Zunge in der Regel nicht notwendig. Sie stellt andere Ansprüche an uns. Die Zunge dient uns in vielerlei Hinsicht. Sie ist für die Lautbildung beim Sprechen unverzichtbar. Das merken wir zum Beispiel beim Englischlernen, wenn es um die richtige Aussprache des „th“ geht. Beim Essen dreht und wendet die Zunge die Speisen. Dabei tastet sie die Speisen nach harten oder spitzen Gegenständen wie Fischkreten oder Obstkernen ab, die die Zähne oder Mundhöhle beschädigen können. Darüber prüft sie die Zusammensetzung der Nahrung und sorgt für die Durchmengung des Speisebreis mit Speichel. Über die Geschmacksknospen und den Geschmackssinn erfolgt die Bestimmung der in der Ernährung enthaltenen Geschmacksrichtungen. Über Muskelkontraktionen wird die Nahrung über den Zungenrücken in Richtung Rachen transportiert, um hinuntergeschluckt werden zu können.

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Zungenbelag: woher kommt er und wie schädlich ist Zungenbelag?

Gründe für Zungenbelag gibt es viele. Diese reichen von der Ernährung, über die unzureichende Pflege bis hin zu erblich bedingten oder auch krankhaften Veränderungen der Zunge.

Ein weißer Zungenbelag am Morgen ist in der Regel nicht schädlich und lässt sich durch Zungenputzen und Mundhygiene entfernen. Eine gesunde Zunge hat eine blass-rötliche Färbung, ist leicht feucht und ohne sichtbare Veränderungen.

Schwellungen sind in der Regel ein Zeichen für allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten. Bläschen und verschieden farbige Beläge können aber auch auf Viruserkrankungen (z.B. Herpes) hindeuten. Gelbe Beläge können Symptome einer Gallen- oder Lebererkrankung sein. Risse hingegen lassen eher auf Probleme im Verdauungssystem und speziell dem Darm schließen.

Des Weiteren können krankhafte Veränderungen an den Zähnen oder dem Zahnfleisch zu entzündungsbedingten Zungenbelegen führen. Die Zunge ist dabei ein Nährboden für die Vermehrung von entzündungsbedingten Mikroorganismen – weswegen eine gute Zungenpflege eben so wichtig ist.

Zungenbelag? (© Pixabay / 822441)

Zungenbelag? (© Pixabay / 822441)

Warum die Zungenpflege wichtig ist

Eine wichtige Funktion der Zunge ist die Reinigung der Zähne, der Mundhöhle und des Mundbodens. Aber wir pflegt und reinigt man eigentlich die Zunge. Zweimal täglich Zähneputzen und einmal täglich zur Zahnseide greifen, ist wichtig. Aber die Zunge putzen? Auf der Zunge versammelt sich mehr als die Hälfte der Mikroorganismen in unserer Mundhöhle. Darunter sind auch Bakterien, die beispielsweise das Immunsystem schwächen, die Verdauung angreifen oder Karies auslösen können. Deshalb gehört das Putzen der Zunge zum Beispiel mit einem Zungenschaber oder einer Zungenbürste zur täglichen Mundpflege dazu, um Zungenbelag und Mundgeruch vorzubeugen (siehe auch Acetongeruch aus dem Mund). Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen und die Mundschleimhaut feucht zu halten, ist ebenfalls wichtig für eine gepflegte Zunge.

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Publiziert am: 19. Oktober 2018

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