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Passive Immunisierung

Bei einer passiven Immunisierung werden Antikörper gegen Viren und Bakterien verschiedenster Infektionskrankheiten verabreicht. Es handelt sich hierbei um eine Art Sofortschutz bzw. Notfallmaßnahme, welche nur dann angewandt wird, wenn der Körper bereits in Kontakt mit den Krankheitserregern kam und keine Zeit für die Bildung von körpereigenen Antikörpern durch das Immunsystem bleibt. Der Nachteil einer passiven Immunisierung besteht darin, dass die verabreichten Antikörper bereits nach wenigen Wochen oder Monaten abgebaut werden und der Körper gegen eine kommende Infektion mit dem gleichen Erreger nicht geschützt ist.

Das Immunsystem kann nur einen dauerhaften Schutz aufbauen, wenn es selbst zu einer Immunantwort und zur Bildung von Antikörpern gezwungen wird. Dies geschieht in der Regel bei einer aktiven Immunisierung, bei welcher abgeschwächte oder abgetötete Erreger bzw. Erregerfragmente verabreicht werden. Dadurch kann sich ein Immungedächtnis bilden, so dass der Körper auch in Zukunft gegen diesen spezifischen Erreger geschützt ist.

Möglich ist auch die Kombination einer aktiven und passiven Immunisierung (Simultanimmunisierung). Dabei werden neben abgeschwächten Erregern gleichzeitig Antikörper (Immunglobuline und Gammaglobuline) verabreicht, so dass neben der sofortigen wirksamen Bekämpfung der Krankheitserreger durch die verabreichten Antikörper das Immunsystem die Möglichkeit hat, selbst ebenfalls Antikörper zu bilden und den Körper gegen zukünftige Infektionen mit dem gleichen Erreger zu immunisieren.

Eine passive Immunisierung wird beispielsweise bei Verdacht auf Tetanus und Tollwut angewandt. Auch die Gabe eines Antiserums bei Schlangenbissen stellt eine passive Immunisierung dar.
Eine weitere Art der passiven Immunisierung stellt auch das Stillen dar. Die Mutter überträgt mit der Muttermilch beim Stillen spezifische Abwehrstoffe gegen verschiedenste Infektionskrankheiten, so dass das Baby für die ersten Monate geschützt ist. Der Schutz lässt nach ein paar Monaten nach und das Immunsystem des Babys wird bei Kontakt mit Krankheitserregern selbst zur Bildung spezifischer Antikörper angeregt.

Die Antikörper für ein Immunserum zur passiven Immunisierung können aus menschlichem Blut extrahiert oder mit gentechnologischen Methoden hergestellt werden. Möglich ist auch die Injizierung der Krankheitserreger in verschiedene Tiere wie Schafe oder Kaninchen, die danach Antikörper bilden, welche anschließend aus deren Blut extrahiert werden.

Passive Immunisierung / Impfung © emeraldphoto/Fotolia

Passive Immunisierung / Impfung © emeraldphoto/Fotolia

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Publiziert am: 11. November 2010

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