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Genetische Immunisierung

Um den menschlichen Körper vor Krankheiten zu schützen, wurden verschiedene Arten der Immunisierung entwickelt. Zunächst unterscheidet man zwischen aktiver und passiver Immunisierung.

Bei der aktiven Immunisierung werden dem Patienten Krankheitserreger in abgeschwächter Form oder Teile des Krankheitserregers injiziert. Sie können so die Krankheit nicht auslösen, jedoch hat der Körper die Möglichkeit, Antikörper dagegen zu bilden, so dass er im Falle eines Kontaktes mit dem Krankheitserreger, den Ausbruch der Krankheit verhindert, da er gegen den Erreger bereits immun ist.

Im Falle einer passiven Immunisierung wird ein Serum injiziert, das bereits Antikörper enthält. Das Serum kann von einem anderen Menschen, einem Tier oder aus gentechnischer Produktion stammen. Diese Art der Immunisierung wirkt sofort, ist aber nicht von Dauer, da der Körper die Antikörper nach einer bestimmten Zeit wieder abbaut.

Genetische Immunisierung / DNA-Immunisierung (© MAST - Fotolia.com)

Genetische Immunisierung / DNA-Immunisierung (© MAST – Fotolia.com)

Genetische Immunisierung / DNA-Immunisierung

Die genetische Immunisierung, auch DNA-Immunisierung genannt, ist ein hoch effizientes, jedoch auch umstrittenes Verfahren zur Herstellung von Antikörpern. Dabei wird Versuchstieren, wie beispielsweise Mäusen, Ratten, Kaninchen oder Schafen die Erbinformation des Erregers in Form von DNA injiziert. Die Informationen aus dieser DNA veranlassen den Körper ein spezifisches Protein zu bilden, das als Antigen eine starke und lang andauernde Immunantwort hervorruft, d.h. das Tier beginnt Antikörper gegen den Erreger zu bilden. Nach einigen Wochen können die antikörperproduzierenden Plasmazellen dem Tier entnommen und dem Menschen verabreicht werden.

Man unterscheidet hierbei zwischen polyklonalen und monoklonalen Antikörpern. Polyklonale Antikörper reagieren auf das Antigen, jedoch können sich die Epitope (antigene Determinante), die von den Antikörpern erkannt werden, unterscheiden.

Monoklonale Antikörper dagegen sind völlig identisch und ihre Spezifizität richtet sich nur auf ein einziges Epitop. Das Verfahren, um monoklonale Antikörper zu erhalten ist zeitaufwendiger und die erhaltenen Antikörper teurer als die polyklonalen Antikörper.

Dieses Verfahren der genetischen Immunisierung bietet mehrere Vorteile. Die Produktion der Antikörper ist schnell und einfach, die Lagerung unproblematisch. Es fallen keine komplizierten Aufreinigungsschritte an und man erhält hochspezifische und hochaffine Antikörper.

Publiziert am: 24. September 2010

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