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Rheumatologie: Im Kampf gegen das Rheuma

Die Rheumatologie ist eine Spezialisierung der Inneren Medizin. Sie beschäftigt sich hauptsächlich mit entzündlichen Gelenkerkrankungen, aber auch mit systemischen Krankheiten, welche mit einer Gelenkbeteiligung einhergehen. Die häufigste Erkrankung im Bereich der Rheumatologie ist die rheumatoide Arthritis. Circa ein Prozent der Bevölkerung erkranken im Laufe ihres Lebens daran. Typisch sind schmerzhaft geschwollene und gerötete Gelenke bei ausgeprägter Morgensteifigkeit über mehrere Stunden.

Im Verlauf der rheumatoide Arthritis kommt es zu Gelenksdestruktion mit daraus resultierenden Fehlstellungen. Typisch ist ein symmetrischer Befall der Fingergrundgelenke, es kann aber auch jedes weitere Gelenk betroffen sein. Die Diagnose wird durch die klinische Untersuchung und durch spezielle Laborwerte (Rheumafaktor und CCP-Antikörper). Die Therapie erfolgt symptomatisch mit nicht-steroidalen Antiphlogistika, zusätzlich werden immunmodulierende Basistherapeutika (z.B. MTX oder die neue Gruppe der Biologicals) eingesetzt.

Rheumatologie (© fotodo - Fotolia.com)

Rheumatologie (© fotodo – Fotolia.com)

Deutlich seltener ist das so genannte Weichteilrheuma, bei dem Sehnen, Muskeln und Bindegewebe betroffen sind. Davon abzugrenzen ist das Fibromyalgie-Syndrom, welches mit massiven Schmerzen ohne organisches Korrelat einhergeht. Labor und Bildgebung sind dabei völlig unauffällig, die Ursache ist bis heute nicht geklärt. Es werden psychosomatische Komponenten diskutiert.

Kollagenosen in der Rheumatologie

Ein weiteres großes Einsatzgebiet der Rheumatologie sind die Kollagenosen. Dabei handelt es sich um Systemerkrankungen, welche in der Regel mit ausgeprägter Gelenkbeteiligung einhergehen. Am häufigsten ist der systemische Lupus Erythematodes (SLE). Bei dieser Erkrankung bildet der Betroffene Antiköper gegen die eigenen Zellen, welche auch diagnostisch nachgewiesen werden können. Neben der Gelenkentzündung sind Hauterscheinungen (Schmetterlingserythem) und ein Befall der inneren Organe (vor allem Lunge, ZNS und Herz) typisch. Die Therapie erfolgt mit einer konsequenten Immunsuppression.

Ebenfalls nicht selten ist die Sklerodermie. Dabei verhärtet sich die Haut, meist zu erst an den Fingern, später am ganzen Körper. Dadurch verringert sich die Oberfläche der Haut, so dass der Betroffene regelrecht eingemauert wird. Zusätzlich können auch innere Organe befallen sein. Lokale Formen sind möglich, eine Therapie ist insgesamt schwierig. Andere Kollagenosen sind seltener, Beispiele sind das CREST- oder SHARP-Syndrom. Weitere Krankheiten, welche Rheumatologen behandeln, sind z.B. die Psoriasisarthritis (Gelenksentzündung im Zusammenhang mit einer Schuppenflechte), HLA-B27-positive Spondylarthritiden (z.B. der Morbus Bechterew, welcher mit einer Versteifung der Wirbelsäule und mit Gelenksentzündungen vor allem am Iliosakral-Gelenk einhergeht) oder reaktive Arthritiden (z.B. nach gastrointestinalen Infekten).

Bekannte Anti-Rheuma-Mittel aus dem Werkzeugkasten der Rheumatologie

Rheuma - Marktanteile führender Antirheumatika 2013 und 2020 (Quelle: STATISTA / EvaluatePharma)

Rheuma – Marktanteile führender Antirheumatika 2013 und 2020 (Quelle: STATISTA / EvaluatePharma)

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Publiziert am: 9. November 2010

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