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Vaginalring als Verhütungsmittel – Pro & Kontra

Hormonelle Verhütungsmittel müssen längst nicht mehr oral eingenommen werden. Es gibt mittlerweile verschiedene Möglichkeiten, den Schutz auf andere Art und Weise aufrecht zu erhalten. Eine davon ist die Verwendung eines Vaginalrings. Hierbei handelt es sich um einen Kunststoffring, der über zwei Hormondepots verfügt. Die Depots sind mit Gestagen und Östrogen gefüllt, die in Zusammenwirkung eine Schwangerschaft relativ sicher verhindern können. Für die Empfängnisverhütung spielt allerdings das Gestagen die hervorstechende Rolle. Es verhindert nicht nur einen Eisprung, sondern sorgt auch dafür, dass sich ein Ei, das eventuell doch befruchtet wurde, in die Uterusschleimhaut einnisten kann. Zusätzlich verändert das Hormon die Beschaffenheit des Schleimpfropfs am Muttermund. Es macht ihn so undurchlässig, dass Spermien kaum eine Chance haben, in die Gebärmutter einzudringen.

Was den Vaginalring so attraktiv macht, ist neben seiner Sicherheit auch die Praktikabilität der Anwendung. Der Pearl-Index des Rings liegt zwischen 0,4 und 0,65. Das bedeutet, das von eintausend Frauen bei der Verwendung des Vaginalrings vier bis sechs schwanger werden. Damit ist der Ring fast so sicher wie die Pille. Allerdings hat er ihr gegenüber einen großen Vorteil: die Anwenderin braucht nicht jeden Tag an die Verhütung zu denken, sondern muss den Ring nur alle drei Wochen wechseln.

Sich liebendes junges Paar im Bett: Immer mehr Paare setzen auf den Vaginalring zur Empfängnisverhütung (© Jochen Schönfeld / Fotolia)

Sich liebendes junges Paar im Bett: Immer mehr Paare setzen auf den Vaginalring zur Empfängnisverhütung (© Jochen Schönfeld / Fotolia)

Einschränkungen, Probleme, Nachteile beim Vaginalring

Ansonsten gilt das meiste, was für die Pille gilt, auch für den Vaginalring. Bestimmte Medikamente können die Wirkfähigkeit des Produkts schmälern und eine Schwangerschaft begünstigen. Zudem muss der Ring die Möglichkeit haben, seine Hormone gleichmäßig und regelmäßig abgeben zu können. Rutscht der Ring zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr oder bei der Intimhygiene aus der Scheide, muss er sofort wieder eingesetzt werden. Wird er länger als drei Stunden entfernt, so bekommt die Patientin dieselben Probleme wie beim Vergessen einer Pille. Um eine Schwangerschaft zu verhindern, muss dann mindestens sieben Tage ein nichthormonelles Verhütungsmittel wie zum Beispiel ein Kondom verwendet werden.

Obwohl der Ring in der Verwendung sehr praktisch zu sein scheint, hat er auch einige Nachteile. So kann es passieren, dass der Ring bei falscher Verwendung nicht zuverlässig funktioniert. Ein weiteres Problem kann beim Geschlechtsverkehr auftreten, wenn einer der Partner den Vaginalring zu sehr spürt oder gar versehentlich aus der Scheide entfernt. Manche Frauen berichten, dass der Ring besonders dann Probleme bereiten würde, wenn eine Infektion im Scheidenbereich vorliegt. Das gereizte Gewebe reagiert auf den Fremdkörper besonders sensibel, wodurch das Tragen sehr unangenehm werden kann. Zu den bereits genannten Nachteilen kommen natürlich auch Beeinträchtigungen durch den veränderten Hormonhaushalt. Manche Patientinnen klagen über eine starke Gewichtszunahme oder Ausschläge. Nicht zu vergessen ist das erhöhte Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, was bei Raucherinnen, die den Ring anwenden, besonders groß ist.

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Publiziert am: 5. Juli 2011

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