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Die Hightech hinter Medizinprodukten: Viele Präzisionsprodukte verdankt man vor allem der Frästechnik

Unsere medizinische Versorgung ist teuer und wird immer teurer. Das weiß jeder, nur wenige wundern sich darüber und kaum jemand fragt, warum das so ist. Fakt ist: Sowohl die Entwicklung von Arzneimitteln ist teuer, als auch die Produktion von Medizintechnik. All die Geräte, mit denen wir tagtäglich beim Arzt, vor allem aber auch im Krankenhaus untersucht und behandelt werden, sind heute hochentwickelte, anspruchsvolle Technik.

Alles muss perfekt sein

Die Hersteller von medizintechnischen Geräten sind, im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen, stark von der Zuverlässigkeit und Präzision ihrer Zulieferer abhängig. Einzelteile, die in Kombination mit dem fertigen Produkt in der Lage sein sollen, Leben zu retten, müssen „perfekt“ sein; kein Ausschuss darf in die Kliniken kommen und die fertigen Produkte müssen lange halten.

Durch neuentwickelte Messmethoden ist es möglich, schon kleinste Risse oder Unebenheiten in Werkstücken zu erkennen und diese auszutauschen. Der Toleranzbereich, gerade bei Medizingeräten, ist sehr eng definiert und unterliegt streng vorgegebenen Qualitätsrichtlinien. Da sind die TÜV-Vorschriften meist nur kleinere Herausforderung.

Konkurrierende Betriebe treiben sich und ihre Mitarbeiter deshalb ständig zu neuen Höchstleistungen an, von denen am Ende der Patient profitieren soll. Basis für diesen Erfolg ist die Forschung der Universitäten und Laboratorien, die ihre Daten den Entwicklern zur Verfügung stellen und mit denen neue Produkte konzipiert werden können.

Hightech-Zulieferer und Produzenten der Medizintechnik immer auf der Suche nach qualifiziertem Personal

Es zeigt sich, dass der schmale Grat zwischen Kosteneffizienz auf der einen und gleichbleibend hohen Standards auf der anderen Seite eine der zahlreichen Herausforderungen ist, vor denen die Branche steht und die in den nächsten Jahren das Bild der Medizintechnik prägen wird. Nur wenige fachlich qualifizierte Unternehmen leisten diesen Spagat und haben die Möglichkeit, die ISO Vorschriften zu erfüllen. Die High-Tech-Industrie ist, das zeigt der Markt ganz deutlich, für viele Hochschulabsolventen ein erklärtes Ziel. Mit geschultem Auge und modernster Technik wird an Produkten gearbeitet, die später Leben retten sollen.

Hightech-Fräsen für medizinisches Equipment

Bei unserer Recherche sind wir auf die schweizer Firma Samuel Werder AG aus Veltheim gestoßen (www.samuelwerder.ch). Firmen wie diese Schweizer Präzisionswerkstatt zeigen, wie ein guter Zulieferer für die medizintechnischen Betriebe funktioniert. Denn: Hightech-Produkte in der Medizin werden immer kleiner und komplexer. Die erhöhten Ansprüche stellen vor allem die Feinwerktechnik vor neue Herausforderungen, die immer präzisere Verfahren erfordern. Mit Methoden wie extrem exakter Frästechnik soll den erhöhten Anforderungen nachgekommen werden. Die Frästechnik ist dabei eines der wichtigsten Verfahren der Feinwerktechnik, da hierbei mit größtmöglicher Genauigkeit gearbeitet wird.

Zehntelmillimeter zählen

Der Ablauf des Prozesses erscheint simpel: durch Rotationsbewegung sowie Vorschubbewegungen des Werkzeuges oder Werkstückes wird Material abgetragen, bis die gewünschte Form erreicht ist. Bedenkt man jedoch, dass die Vorgaben in der Medizintechnik in vielen Fällen im Zehntelmillimeterbereich liegen, müssen sämtliche Abläufe perfekt aufeinander abgestimmt sein. Produzenten wie die Schweizer Samuel Werder AG kommen diesen Herausforderungen vor allem mit einem aktuell gehaltenen Maschinenpark und modernen CNC-Frästechniken nach.

Komplexe Bauteile in medizinischen Geräten werden häufig durch High-Tech-Fräsen 'in Form gebracht' (Screenshot-Ausschnitt samuelwerder.ch/referenzen/intro/lupe.asp?userlang=DE 05.10.12)

Komplexe Bauteile in medizinischen Geräten werden häufig durch High-Tech-Fräsen ‚in Form gebracht‘ (Screenshot-Ausschnitt samuelwerder.ch/referenzen/intro/lupe.asp?userlang=DE 05.10.12)

Im Blickpunkt stehen auch Verfahren wie das High Speed Cutting, das auf extrem hohe Werkzeugdrehzahlen und Vorschubgeschwindigkeiten setzt, womit die Späne wesentlich kleiner ausfallen, was die Präzision erhöht und die Bearbeitung besonders dünnwandiger Produkte ermöglicht wie sie im Krankenhaus bzw. der Medizintechnik häufig benötigt werden.

Qualität hat ihren Preis, und Wert…

Erstaunlicherweise ist kaum einem Patienten bewusst, wie komplex, zehntelmillimetergenau und entsprechend aufwändig und teuer die Produktion der medizintechnischen Geräte und Ausrüstungsgegenstände im Hospital heute ist. Muss es dem Endverbraucher auch nicht, aber interessant ist es schon – und es ist auch sinnvoll, sich das einmal ins Bewusstsein zu rufen, wenn wieder über die hohen Kosten des Gesundheitswesen lamentiert wird. Statt dessen sollten wir dankbar sein, dass es heute Medizintechnik höchster Qualität dank Forschung und hochspezialisierter Produzenten und Zulieferer gibt. – In diesem Sinne: Gute Besserung! :-)

Publiziert am: 5. Oktober 2012

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