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Anti-Thrombose-Strümpfe: Mit Kompression gegen undichte Venenklappen

Antithrombosestrümpfe dienen der Prophylaxe und sollen die Entstehung einer Thrombose verhindern. Diese Art von Strümpfen ist ausschließlich für liegende, nicht jedoch für aufrecht gehende und stehende Patienten geeignet. Anti-Thrombose-Strümpfe werden grundsätzlich nur im entstauten Zustand angelegt und können 24 Stunden getragen werden. Diese Art von Strümpfen übt einen hohen Ruhedruck und niedrigen Arbeitsdruck aus. Dies bedeutet, dass sie durch die Kompression den Rückfluss des venösen Blutes verstärken und damit eine Beinvenenthrombose verhindern.

Kompressionstrümpfe / Anti-Thrombose-Strümpfe (© tibanna79 - Fotolia.com)

Kompressionstrümpfe / Anti-Thrombose-Strümpfe (© tibanna79 – Fotolia.com)

Wie funktionieren Kompressionsstrümpfe / Anti-Thrombose-Strümpfe?

Durch den Kompressionsdruck auf die Venen wird deren Durchmesser verengt, so dass die Venenklappen besser schließen können und kein venöses Blut durch undichte Venenklappen zurückfließen kann. Das Blut fließt schneller und die Muskelpumpe kann effizient arbeiten. Damit werden Blutstauungen vermieden und die Venen vor Überdehnungen durch sich anstauendes Blut geschützt. Der Rückfluss des venösen Blutes zum Herz wird unterstützt und damit die Thrombosegefahr erheblich eingeschränkt. Zusätzlich verhindert der kontinuierliche Druck der Antithrombosestrümpfe, dass Flüssigkeit in das Gewebe tritt, was zu Komplikationen wie Ödemen und offenen Beinen führen kann. Bevorzugte Anwendungsgebiete für Antithrombosestrümpfe sind beispielsweise Bettlägerigkeit und Klinikaufenthalte. Oft werden die Strümpfe auch vor und nach einer Operation getragen, um das Thromboserisiko zu senken. Bei erhöhtem Risiko werden Antithrombosestrümpfe mit blutverdünnenden Medikamenten ergänzt.

Thrombosestrümpfe richtig anpassen

Wichtig ist die richtige Auswahl der Größe und Anpassung der Antithrombosestrümpfe. Während ein zu großer Strumpf keinen ausreichenden Druck auf die Beinvenen ausübt, können zu enge Strümpfe das Bein einschnüren und den Rückstrom des venösen Blutes behindern. Antithrombosestrümpfe haben eine kleine Öffnung an der Fußspitze, durch welche die Farbe der Haut unter den Zehnägeln kontrolliert werden kann. Die Hautfarbe gibt Aufschluss über die arterielle Durchblutung. Antithrombosestrümpfe sind aus atmungsaktiven, hochelastischen Materialien gefertigt und garantieren hohen Tragekomfort.

Bei massiven Beinödemen, Lungenödemen oder Rechtsherzinsuffizienz dürfen Antithrombosestrümpfe nicht getragen werden.

Antithrombosestrümpfe sind nicht mit Kompressionsstrümpfen zu verwechseln. Kompressionsstrümpfe sind im Gegensatz zu Antithrombosestrümpfe auch für aufrecht stehende und gehende Patienten geeignet, zeichnen sich durch einen kontinuierlichen Druckabfall vom Fuß bis zum Knie bzw. zur Leistengegend aus und werden in verschiedenen Kompressionsklassen gefertigt. Kompressionsstrümpfe werden bei Venenleiden, bei langen stehenden oder sitzenden Tätigkeiten, bei langen Reisen oder während der Schwangerschaft getragen.

Publiziert am: 11. November 2010

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