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Verspätetes Einsetzen des Harnstrahls bei Männern

Ein verspätetes Einsetzen des Harnstrahls bei Männern ist ein typisches Symptom, wenn die Harnröhre aus verschiedensten Gründen verengt ist. Nicht selten ist sogar wie beim Stuhlgang das Einsetzen der Bauchpresse nötig, um überhaupt wasserlassen zu können.

Die häufigste Ursache ist die benigne Prostatahyperplasie, bis zu 60 Prozent der älteren Herren sind davon betroffen. Entsprechend ist zu erahnen, wie verbreitet ein verzögerter Miktionsbeginn im Alter anzutreffen ist. Da sich vor allem die Zellen um die Harnröhre herum vermehren, handelt es sich um ein Frühsymptom dieser Erkrankung.

Seltenere Ursachen sind z.B. Narben, welche sich als bindegewebige Stränge um die Harnröhre legen. Diese entstehen nach operativen Eingriffen (vor allem nach Prostata-Operationen und Blasen-Operationen minimal invasiv durch die Harnröhre) oder nach Traumata. Blasensteine, welche zu Beginn des Wasserlassens den Anfangsteil der Harnröhre verlegen und eine atypische Harnwegsinfektion können ebenfalls ursächlich sein. Eine Rarität sind Harnröhrenklappen, dabei handelt es sich um eine angeborene Missbildung und ist daher eher im Säuglings- und Kleinkindalter symptomatisch.

Pippi kommt nicht / Urin setzt erst spät bzw. verspätet ein (© Maksym Yemelyanov - Fotolia.com)

Pippi kommt nicht / Urin setzt erst spät bzw. verspätet ein (© Maksym Yemelyanov – Fotolia.com)

Die Folgen der Harnröhrenverengung unterschiedlichster Ursache sind vielfältig. Betroffene berichten, dass sie häufig zur Toilette gehen müssen und dabei nur kleine Mengen Urin lassen können. Belastend ist auch vermehrtes nächtliches Wasserlassen mit entsprechend gestörter Nachtruhe. Gefährlich wird es, wenn eine größere Menge Urin in der Blase verbleibt (Restharn), denn dieses „stehende Gewässer“ bieten optimalen Nährboden für Bakterien und geht entsprechend mit Infektionen der Harnwege einher. Steigen diese auf, kann es bis zu einer Nierenentzündung oder gar Blutvergiftung kommen.

Therapeutisch lassen sich gute Erfolge mit pflanzlichen Medikamenten erzielen, z.B. Kürbiskern-, Sägepalmen- und Brennnessel-Präparate. Versagt diese Stufe der Therapie, werden so genannte Alpha-Blocker eingesetzt, welche den Blasenauslass-Widerstand reduzieren und somit die Gegenkraft drosseln. Liegen ursächlich Narben vor oder reicht eine medikamentöse Therapie nicht mehr aus, stehen operative Möglichkeiten an letzter Stelle.

Insgesamt ist ein gesunder, aktiver Lebensstil förderlich, um z.B. der benignen Prostatahyperplasie vorzubeugen. Aber auch die Therapiemöglichkeiten sind heute so gut, dass die Lebensqualität erhalten oder zurückgewonnen werden kann!

Statistik zur Frage: Was missfällt Ihnen an öffentlichen Toiletten? > 5% der Befragten stört es, mit anderen auf Klo zu sein (Quelle: Statista / toiletpaperworld)

Statistik zur Frage: Was missfällt Ihnen an öffentlichen Toiletten? > 5% der Befragten stört es, mit anderen auf Klo zu sein (Quelle: Statista / toiletpaperworld)

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Publiziert am: 21. September 2010

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