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Ursachen für das Restless Legs Syndrom

Das Restless Legs Syndrom (RLS), unter dem ca. fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung leiden, zählt zu den häufigsten neurologischen Syndromen. RLS beinhaltet den unbändigen Drang, die Beine zu bewegen. Da dies häufig in der Nacht vorkommt, führt RLS zu erheblichen Schlafstörungen, mit der Gefahr einer begleitenden Depression. RLS ist eine häufige Ursache von Schlafmangel und wird oft erst vom Neurologe diagnostiziert wird. Diese neurologische Erkrankung der „unruhigen Beine“ ist schon seit einigen hundert Jahren bekannt. Für diese komplexen Symptome führte 1945, der schwedische Neurologe Karl A. Ekbom, die Bezeichnung Restless Legs Syndrom ein.

In der Gruppe der über 60-Jährigen gibt es eine Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) von zehn Prozent. Der Erkrankungsbeginn liegt zwischen 30 und 50 Jahren und die beschwerdefreie Zeit wird mit steigendem Alter immer kürzer. RLS kann aber schon im Kindesalter auftreten. Nicht alle Patienten mit diesem Syndrom bedürfen einer ärztlichen Behandlung, aber ungefähr ein Drittel verspürt einen erheblichen Leidensdruck. Dieses neurologische Syndrom ist nicht heilbar, aber es gibt gute Therapien zur Linderung der Beschwerden.

Man unterscheidet die primäre und die sekundäre Form des RLS. Bei ersterer sind genetische Faktoren an der Entstehung beteiligt und mit zunehmendem Lebensalter ist oft eine Verschlechterung des Krankheitsbildes verbunden. Die sekundäre Ausprägung wird durch andere Erkrankungen, Schwangerschaft und Medikamente verursacht und kann sich nach einiger Zeit wieder zurück bilden. Man vermutet, dass die Ursache des RLS im Zentralnervensystem des Gehirns (ZNS) liegen könnte. Vermutlich sind Transmitter-Stoffwechselprozesse, an denen Dopamin beteiligt ist, verändert. Auch eine Fehlfunktion des Eisentransportes ist möglich. Dies zeigt, dass die Ursache für das Restless Legs Syndrom noch nicht gänzlich geklärt ist.

Um RLS besser diagnostizieren zu können, wurden essenzielle Kriterien definiert, zu denen der Bewegungsdrang der Beine (seltener Arme) zählt, das Auftreten des RLS in Ruhephasen sowie seine Verbesserung während der Bewegung. Typisch ist auch der schubweise Verlauf, mit verstärkter motorischer Aktivität, Treten auf der Stelle und Zappeln abends und in der Nacht. Die Folge sind Einschlaf- und Durchschlafstörungen. Forscher in den USA vermuten, dass RLS doch nicht ganz so harmlos ist, sondern dass sich bei RLS-Patienten das Risiko für Kreislauferkrankungen, koronaren Herzkrankheiten und Schlaganfall erhöht.

Mit den entsprechenden Therapien lassen sich die mit dem Restless Legs Syndrom verbundenen Beschwerden erheblich lindern. Dazu gehört die dopaminerge Therapie mit Präparaten (L-Dopa), die auch bei Parkinson relevant, krampflösende Mittel sowie Schmerzmittel. In jedem Fall sollte vor Therapiebeginn ein Eisenmangel ausgeschlossen werden, da dieser RLS-ähnliche Erscheinungen hervorrufen kann. Nur ca. zwanzig Prozent der RLS-Patienten sind auf eine dauerhafte Medikation angewiesen. Leichtere Beschwerden lassen sich durch Sport, leichtes Krafttraining, Massage und Entspannungsübungen lindern.

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Publiziert am: 1. Juli 2009

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