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Schilddrüsenunterfunktion | Symptome, Ursachen, Arten und Behandlung

Von einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) spricht man, wenn die Schilddrüse nicht genügend Schilddrüsenhormone produziert. Dies führt dazu, dass die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sinkt und alle Stoffwechselvorgänge im Körper zu langsam ablaufen. Bei Kindern, die von einer Schilddrüsenunterfunktion betroffen sind, kann es sogar zu Entwicklungsverzögerungen im körperlichen und geistigen Bereich kommen.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können Gewichtszunahme trotz vermindertem Appetit, Verstopfung, trockene und kühle Haut, Müdigkeit, Antriebsarmut, eine heisere und tiefe Stimme, Zyklusstörungen bei der Frau, Unfruchtbarkeit, Herzvergrößerung und verlangsamter Herzschlag, Früharteriosklerose durch einen erhöhten Cholesterinspiegel sowie dünner werdendes Haar sein. Mitunter zählen Schilddrüsenerkrankungen auch zu den Haarausfall Ursachen.

Schilddrüsenunterfunktion: Krankmacher Schilddrüse (© Henrie - Fotolia.com)

Krankmacher Schilddrüse (© Henrie – Fotolia.com)

Ursachen von Schilddrüsenunterfunktionen

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann verschiedene Ursachen haben. Wurde im Vorfeld eine Schilddrüsenüberfunktion durch Tabletten behandelt, kann aufgrund einer zu hohen Dosierung der Medikamente eine Unterfunktion entstehen. Außerdem ist es möglich, dass eine Schilddrüsenunterfunktion als Folge einer chronischen Schilddrüsenentzündung auftritt. Nimmt man über die Nahrung zu wenig Jod auf, bildet sich ebenfalls oft eine Schilddrüsenunterfunktion. Die angeborene Schilddrüsenunterfunktion hat ihre Ursache in einer schlecht entwickelten Schilddrüse, einer Schilddrüsenunterfunktion der Schwangeren und einer fehlerhaften Hormonbildung.

Die Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion erfolgt durch eine Ultraschall-Untersuchung und eine Blutuntersuchung. Hier wird die Konzentration der Schilddrüsenhormone gemessen, die bei einer Unterfunktion sehr niedrig ausfällt. Bei Neugeborenen wird eine Früherkennungs-Untersuchung durchgeführt, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Dabei werden dem Säugling am dritten Lebenstag ein bis zwei Blutstropfen aus der Ferse entnommen und analysiert.

Ist eine Schilddrüsenfunktion diagnostiziert, lässt sie sich gut mit Medikamenten behandeln. Der Patient erhält dann künstliche Schilddrüsenhormone, die er meist lebenslänglich einnehmen muss. Einmal im Jahr wird überprüft, ob die Dosierung noch stimmt und die gewünschte Wirkung erzielt wird. Auch bei Kindern kann eine Schilddrüsenunterfunktion mit künstlichen Schilddrüsenhormonen therapiert werden, wodurch Schäden in der geistigen und körperlichen Entwicklung vermieden werden können. Wichtig ist, dass die Behandlung so früh wie möglich begonnen wird, denn bereits entstandene Schäden sind in der Regel irreversibel.

Nimmt ein Patient seine Medikamente regelmäßig, muss er normalerweise keine Einschränkungen in Kauf nehmen. Auch bei einer Schwangerschaft gibt es keine Probleme. Eine Vorbeugung ist nur bei einer durch Jodmangel ausgelösten Schilddrüsenfunktion möglich. Hier kann eine jodreiche Ernährung helfen, bei der jodhaltiges Speisesalz und viel Fisch verwendet werden. Besonders wichtig ist eine mit Jod angereicherte Ernährung bei familiärer Vorbelastung und in sogenannten Jodmangelgebieten wie zum Beispiel den Alpen. In diesen Gebieten ist neben einer möglichst jodreichen Ernährung die Einnahme von Jodid-Tabletten als Nahrungsergänzungsmittel empfehlenswert. Vor allem während einer Schwangerschaft und während der Stillzeit muss auf eine ausreichende Jodzufuhr geachtet werden, damit sich das ungeborene Kind im Mutterleib und später dann der Säugling normal entwickeln kann. Ob eine Nahrungsmittelergänzung sinnvoll und notwendig ist, sollte man am besten mit einem Arzt besprechen.

Publiziert am: 15. Juli 2011

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