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Nebenschilddrüsenüberfunktion: Unklare Ursachen?

Die Nebenschilddrüsenüberfunktion, in der Fachsprache als sekundärer Hyperparathyreoidismus bezeichnet, ist keine selten auftretende Krankheit, die es in verschiedenen Ausprägungen gibt. Durch die Überfunktion wird zu viel Parathormon produziert, welches für die Regelung des Kalziumspiegels im Blut verantwortlich ist. Resultierend daraus pegelt sich ein zu hoher Kalziumspiegel ein.

Durch einen stark erhöhten Kalziumspiegel treten Symptome wie Verdauungsbeschwerden, Appetitverlust oder Probleme beim Wasserlassen auf. Auch depressive Verstimmungen oder allgemeine körperliche Schwäche sind keine Seltenheit. Diese Symptome treten allerdings erst bei einer starken Nebenschilddrüsenüberfunktion auf. Wenn diese nur schwach ausgeprägt ist, verläuft die Krankheit meistens beschwerdefrei.

Schilddrüse, Nebenschilddrüsenüberfunktion (© elvira gerecht - Fotolia.com)

Schilddrüse, Nebenschilddrüsenüberfunktion (© elvira gerecht – Fotolia.com)

Nebenschilddrüsenüberfunktion: Nebenschilddrüsenadenom und andere Gründe

Die Ursachen für eine Überfunktion der Nebenschilddrüse sind noch nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen allerdings geht sie mit einer gutartigen Gewebewucherung an und um die Nebenschilddrüse, einem sogenannten Nebenschilddrüsenadenom einher. Ein weiterer, häufig auftretender Fall ist eine Gewebevergrößerung des nebenschilddrüseneigenen Gewebes, was zur Parathormonüberproduktion führt.

Als Folgeerkrankungen durch den dauerhaft erhöhten Kalziumspiegel im Blut können Osteoporose, sowie Kalkablagerungen in Organen und die Bildung von Nierensteinen auftreten.

Die Diagnose erfolgt zunächst durch eine Blutuntersuchung, in der der Kalzium- und Parathormonspiegel festgestellt wird. Auch durch Harnproben kann eine übermäßige Ausscheidung von Kalzium nachgewiesen werden. Durch eine Ultraschalluntersuchung können Wucherungen an der Nebenschilddrüse sichtbar gemacht und so das Ausmaß der Krankheit grob eingeschätzt werden.

Sollte eine Operation der Schilddrüse in Betracht gezogen werden, so wird vor der Operation häufig noch eine Szintigrafie durchgeführt, die die Nebenschilddrüse genauer darstellt und die Lokalisierung der Wucherungen präzisiert.

Bei einer Operation wird überschüssiges Gewebe von der Nebenschilddrüse und teilweise sogar eine oder mehrere Nebenschilddrüsen komplett entfernt. Nach einer solchen Operation muss sich der Kalziumspiegel erst wieder neu einstellen. Häufig liegt er etwa drei Monate nach der Operation etwas zu niedrig und muss durch die Einnahme von Kalziumpräparaten korrigiert werden.

Die Heilungschancen bei einer Operation durch erfahrene Chirurgen sind sehr hoch. Nur in seltenen Fällen kann das überschüssige Gewebe nicht vollständig entfernt und somit die Krankheit nicht komplett geheilt werden.

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Publiziert am: 31. Oktober 2008

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