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Hodenhochstand: Lageanomalie des Hodens

Der Hodenhochstand ist, neben der Hodenektopie, eine Lageanomalie des Hodens. Mit Lageanomalie bezeichnet man eine Position des Hodens, die sich vorübergehend oder dauerhaft außerhalb des Hodensacks befindet.

Die Ursache dieser Lageanomalie liegt in einem gestörten Hodenabstieg, das bezeichnet die Wanderung des Hodens vom Ort seiner embryonalen Lage hinter der Niere durch den Leistenkanal in den Hodensack. Beim Hodenhochstand wurde diese fetale Wanderung des Hodens nicht vollständig vollzogen.

Entsprechend des Wanderungsendes unterscheidet man den Hodenhochstand in verschiedene Formen: Bei einem Kryptorchismus befindet sich der Hoden in der Regel im Bauchraum. Ist der Hoden im Leistenkanal zum Stillstand gekommen, nennt man dies Leistenhoden.

Liegt das Krankheitsbild eines Pendel- oder Wanderhoden vor, befindet sich der Hoden abwechselnd im Leistenkanal und im Hodensack.

Männliche Geschlechtsorgane / der Hoden (© Henrie - Fotolia.com)

Männliche Geschlechtsorgane / der Hoden (© Henrie – Fotolia.com)

Hodenhochstand: Pendelhoden / Wanderhoden

Der Pendel- oder Wanderhoden ist die einzige Form des Hodenhochstands, die nicht zwangsläufig eine Bedrohu ng der Fruchtbarkeit darstellt. Neben der verringerten oder gar nicht vorhandenen Fruchtbarkeit ist das erhöhte Risiko der Entstehung eines Hodentumors bei einer Lageanomalie des Hodens gegeben: Das Entartungsrisiko liegt, insbesondere beim Kryptorchismus, um ein vielfaches höher als bei normal deszendierten Hoden. Es ist somit sehr wichtig, dass eine Lageanomalie des Hodens frühzeitig erkannt wird.

Wird die Lageanomalie vor Ende des 2. Lebensjahres erkannt, kann eine Hormonbehandlung anschlagen; spätere Behandlungsmaßnahmen sind entweder eine Orchidopexie, also eine chirurgische Befestigung des Hodens im Hodensack, oder eine Orchiektomie, eine komplette Entfernung des Hodens.

Publiziert am: 13. September 2008

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