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FSME: Ein Überblick über die Frühsommer-Meningoenzephalitis (Zecken-Hirnhautentzündung) und Impfmöglichkeiten

Unter der Abkürzung FSME verbirgt sich die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis. Die Krankheit wird durch den FSME-Virus ausgelöst, welcher durch den Speichel infizierter Zecken, im Fall eines Bisses, übertragen wird. Sehr selten kann der Virus mittels infizierter Milchprodukte übertragen werden, da dies nur beim Verzehr von unpasteurisierter Milch möglich ist. FSME ist in Deutschland nach einer Regelung des Infektionsschutzgesetzes meldepflichtig. Demnach bewegt sich die Zahl der Erkrankten in etwa zwischen 200 und 500 pro Jahr. Aufgrund der häufig etwas unspezifischen Symptomatik wird diesbezüglich jedoch eine hohe Dunkelziffer vermutet. Die Krankheit kann auch völlig asymptomatisch verlaufen, nur bei ca. 10 bis 30 Prozent der Fälle zeigen sich überhaupt Symptome. So können im Zeitraum von zwei bis 20 Tagen nach der Infektion grippeähnliche Symptome auftreten, wie Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber, die nach wenigen Tagen wieder nachlassen. Bei etwa drei Viertel der Patienten kommt es bald darauf zu einem weiteren Fiebergipfel mit Körpertemperaturen bis zu 40 Grad Celcius. In diesem Stadium treten auch Erbrechen, Kopfschmerzen und Hirnhautzeichen auf, als Indiz auf die Hirnhaut- und Gehirnbeteiligung. Dies kann sich bis zu Bewusstseinsstörungen, Koma und sogar Lähmungen steigern. Obwohl diese Zustände monatelang anhalten können, tritt oft auch nach einem schweren Krankheitsverlauf eine vollständige Genesung ein.


Animationsfilm zu Zecken, FSME und FSME Impfung (youtube.com/watch?v=AUkMGIkmlV0)

Diagnose von FSME

Was die Diagnostik betrifft, so geben ein erfolgter Zeckenstich sowie eine anschließende neurologische Untersuchung einen ersten Hinweis auf eine FSME-Erkrankung. Eine Lumbalpunktion zeigt im Fall einer Infektion eine Eiweißerhöhung in der Hirnflüssigkeit sowie eine Zellvermehrung. Der Nachweis des Virus erfolgt durch das Aufreten von IgG- und IgM-Antikörpern im Anschluss an den sogenannten Elisa-Test.

Bezüglich der Therapie existiert keine Möglichkeit, die Krankheitsursachen zu behandeln. Lediglich die Symptome können gelindert werden. So werden Schmerzmittel angewendet und zu Bettruhe geraten. Bei schwerem Krankheitsverlauf kann eine Behandlung auf der Intensivstation mit Flüssigkeitsersatz, möglicherweise sogar kontrollierter Beatmung und Intubation, notwendig werden. Auch nachfolgende Rehabilitationsmaßnahmen müssen in manchem Fällen notwendigerweise erfolgen. Insgesamt lassen sich die Symptome erfolgreich behandeln. Insbesondere bei Kindern verläuft die Erkrankung in der Regel ohne Folgeschäden. Bei Erwachsenen können jedoch diverse neurologische Beschwerden bestehen bleiben – beispielsweise Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen oder Konzentrationsprobleme. Hat das Virus das zentrale Nervensystem betroffen, liegt die Todesrate bei etwa zwei Prozent.

Schutz vor FSME

Schutz gegen die Erkrankung bietet zum einen eine Untersuchung von Körper und Kleidung nach einem Spaziergang. Im Falle eines Zeckenstichs sollte das Tier vorsichtig entfernt und der Stich desinfiziert werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit einer vorbeugenden und äußerst effektiven Schutzimpfung. Diese enthält inaktivierte FSME-Viren, die für eine Immunisierung sorgen. Die Impfung wird allen Personen empfohlen, die in ausgewiesenen Risikogebieten Zecken ausgesetzt sind, so zum Beispiel Jogger, Waldarbeiter oder Landwirte.

Mitbringsel aus Feld & Wiese - Zecken und FMSE? | © Patrizia Tilly

Mitbringsel aus Feld & Wiese - Zecken und FMSE? | © Patrizia Tilly

Publiziert am: 15. August 2011

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