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Warzenfortsatz Infektion (Mastoid, Mastoiditis, Mastoidektomie)

Der Warzenfortsatz, auch Mastoid (lateinisch: prozessus mastoideus) genannt, ist ein Knochen, der sich hinter dem Ohr befindet. Von innen sieht es aus wie eine Bienenwabe, deren Räume mit Luft gefüllt sind, ein so genannter pneumatisierter Knochen. Diese Luft-Zellen sind mit dem Mittelohr durch einen Luft gefüllten Hohlraum verbunden, welcher auch Antrum mast genannt wird.

Obwohl der Warzenfortsatz als Reserveluftzufuhr dient, um normale Bewegungen des Trommelfells zu ermöglichen, kann die Verbindung zum Mittelohr auch zur Verbreitung von Infektionen der Knochen des Warzenfortsatzes (Mastoiditis) führen.

HNO-Muster (© Peter Atkins - Fotolia.com)

HNO-Muster (© Peter Atkins – Fotolia.com)

Warzenfortsatz Diagnose und Behandlung von Mastoiditis:

Es wird eine vollständige körperliche Untersuchung des Ohrbereichs einschließlich des äußeren Erscheinungsbildes des äußeren Ohres, Trommelfells und des Mittelohrs durchgeführt. Hörtests und Bilder (Röntgen und CT) des Warzenfortsatzes sind ebenfalls vor einer Behandlung angebracht.

Ein Mastoidektomie ist ein entwickeltes chirurgisches Verfahren, um Infektionen oder Wucherungen im Knochen hinter dem Ohr (Mastoid) zu entfernen. Ziel ist es, Symptome wie Schmerzen und Schwellungen zu beseitigen.

Durch Zuhilfenahme einer Nadel kann die eitrige Stelle punktiert werden, um einen Druckabbau zu erzeugen und den Eiter zu entnehmen. Außerdem können Antibiotika injiziert werden, die die Infektion bekämpfen und eine Ausbreitung auf andere Hirnregionen verhindern.

Außerdem ist eine Mastoidektomie hilfreich bei der Verhinderung weiterer Komplikationen der Mastoiditis. Dazu gehören Meningitis (Infektion in der Flüssigkeit um das Gehirn), Hirnabszess (Taschen-Infektion im Gehirn) oder die Bildung von Blutgerinnseln in den Venen des Gehirns.

Bei einer radikalen Mastoidektomie werden die betroffenen Knochenbereiche, das Trommelfell und Mittelohrstrukturen vollständig entfernt. Normalerweise werden die steigbügelförmigen Knochen geschont. Oder es werden einige Gehörknöchelchen belassen und das Trommelfell wird neu aufgebaut (Tympanoplastik). Ein Krankenhausaufenthalt ist in der Regel erforderlich.

Publiziert am: 11. Juni 2009

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