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Beinlängendifferenzen: Schäden an der Wirbelsäule drohen

Die Beine des Menschen sind mitunter die stabilsten und kräftigsten Körperteile des Menschen. Auf ihnen lastet fast das gesamte Körpergewicht, welches sie mehrere Jahrzehnte tragen müssen. Natürlich ist es deshalb wichtig, dass die Beine gesund und stark sind, so dass der Mensch sich problemlos fortbewegen kann. Es gibt Menschen, die leiden an einer so genannten Beinlängendifferenz, das heißt, ein Bein ist um einige Millimeter oder gar Zentimeter kürzer als das andere. Wenn es sich nur um wenige Millimeter handelt, ist dies auch meist gar nicht so schlimm, denn es beeinträchtigt den Betroffenen kaum. Ist ein Bein jedoch über 6 Millimeter kürzer als das andere, sollte eine Therapie der Beinlängendifferenz in Betracht gezogen werden, denn es könnten starke Beeinträchtigungen der Wirbelsäule auftreten.

Beinlängendifferenzen: Unterschiedliche lange Beine als Ursache von Wirbelsäulenschäden?

Bei einer Beinlängendifferenz handelt es sich um einen Längenunterschied der Beine, gemessen von der Hüfte bis zum Fuß. Ist dieses Problem stark ausgeprägt, ist eine Behandlung sehr ratsam und sollte unbedingt in Erwägung gezogen werden. Gerade bei Kindern ist eine Beinlängendifferenz noch hervorragend zu beheben, denn sie befinden sich im Wachstum und es kommt nicht selten vor, dass der Längenunterschied der Beine durch konstante Behandlung mit den Jahren von selbst verschwindet. Man unterscheidet zwischen zwei Arten der Beinlängendifferenz. Es gibt die anatomische Beinlängendifferenz, die zum Beispiel nach schweren Knochenbrüchen, Beckenanomalien oder Lähmungen auftritt. Der andere Typ ist die funktionelle Beinlängendifferenz, die bei Menschen mit unterschiedlich ausgeprägter Beinmuskulatur, durch dauerhafte Muskelverspannungen oder durch Gelenkserkrankungen auftreten kann, beziehungsweise angeboren ist. In beiden Fällen kann therapiert werden, jedoch ist oftmals ein operativer Eingriff unumgänglich.

Beinlängendifferenz? | © RPM - Fotolia.com

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Vorsorge-Untersuchungen bereits bei Kleinkindern

Bereits bei den ersten Vorsorgeuntersuchungen im Kleinkindalter wird das Baby auf eine Beinlängendifferenz und Hüftschiefstellung untersucht, um ein Problem frühzeitig erkennen und eventuell beheben zu können. Auch bei Routineuntersuchungen im Kindesalter wird immer wieder die Beinlänge gemessen und gegebenenfalls zu einer Therapie geraten, die gerade im Kindesalter sehr effektiv ist. Bei Erwachsenen wird eine Diagnose mittels einer Laufbandanalyse durchgeführt. So kann der behandelnde Arzt feststellen, ob und wie ausgeprägt eine Beinlängendifferenz vorliegt. In vielen Fällen kann solch eine Fehlbildung kompensiert werden, in dem der Betroffene entsprechende Schuhe mit verdickten Sohlen oder Einlagen bekommt. Auch Physiotherapie ist in vielen Fällen hilfreich und kann dazu beitragen, die Beinlängendifferenz zu reduzieren. Letzter Ausweg wäre eine Operation, was vorrangig bei älteren Menschen vorgenommen wird.

Eine nicht behandelten sehr ausgeprägte Beinlängendifferenz kann schwerwiegende und schmerzhafte Folgen für die Betroffenen haben. Aufgrund des Beckenschiefstandes verändert sich die Wirbelsäule (sie krümmt sich seitwärts), was mit starken Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden ist.

Publiziert am: 12. Dezember 2011

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