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Vorsorgeuntersuchung U1

Die Vorsorgeuntersuchung U1 ist die erste der zehn Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, die seit 1991 bundesweit durchgeführt werden. Ziel dieser Untersuchungen ist es, Krankheiten, Probleme oder Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln bzw. das Kind gezielt zu fördern. Die Vorsorgeuntersuchung U1 findet direkt nach der Geburt im Kreissaal statt und wird von dem während der Geburt anwesenden Arzt oder der anwesenden Hebamme durchgeführt. Bei gesundheitlichen Problemen oder Auffälligkeiten wird sofort ein Kinderarzt hinzugezogen.

Was wird überprüft?
Zunächst wird kontrolliert, ob das Neugeborene die Geburt gut überstanden hat. Dabei wird der allgemeine Gesundheitszustand bewertet. Der Arzt oder die Hebamme horchen Herz und Lunge ab, überprüfen die Muskelspannung und die angeborenen Reflexe und kontrollieren die Durchblutung der Haut. Aus der Nabelschnur wird Blut entnommen, um dessen Sauerstoffgehalt zu analysieren. Damit das Baby frei atmen kann, wird verschlucktes Fruchtwasser aus Nase und Speiseröhre abgesaugt. Zum Abschluss wird das Neugeborene gewogen und gemessen (Länge und Kopfumfang).

Die Neugeborenen-Erstuntersuchung U1 als Vorsorgeuntersuchung (© Klaus Eppele - Fotolia.com)

Die Neugeborenen-Erstuntersuchung U1 als Vorsorgeuntersuchung (© Klaus Eppele – Fotolia.com)

Der AGPAR-Test
Die Vorsorgeuntersuchung U1 wird auch als AGPAR-Test bezeichnet. Dabei steht APGAR für Atmung, Grundtonus, Puls, Aussehen und Reflexe. Die einzelnen Funktionen werden jeweils mit 0 bis 2 Punkten bewertet. Ist das Neugeborene gesund, liegt der AGPAR-Wert zwischen 8 und 10 Punkten, zwischen 5 und 7 Punkten ist der Gesundheitszustand des Kindes beeinträchtigt und bei einem Wert unter 5 ist der Zustand des Babys lebensbedrohlich. Der AGPAR-Test wird nach der Geburt insgesamt 3-mal durchgeführt: nach einer Minute, fünf und zehn Minuten.

Im Rahmen der U1 werden dem Neugeborenen Vitamin-K-Tropfen verabreicht, um eine ausreichende Vitamin-K-Versorgung sicherzustellen und eine eventuelle Blutgerinnungsstörung zu verhindern.

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Publiziert am: 3. Februar 2011

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