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Prämenstruelles Syndrom – mehr als „schlechte Laune“

Die Verstimmtheit einiger Frauen vor ihrer Menstruation ist sprichwörtlich. Weniger bekannt ist allerdings, dass es sich dabei um ein komplexes und häufig unterschätztes Krankheitsbild handelt. Dieses trägt den Namen „Prämenstruelles Syndrom“ (PMS) und betrifft in mehr oder minder starken Formen rund ein Drittel aller gebärfähigen Frauen.

Die Beschwerden des prämenstruellen Syndroms unterscheiden sich von Fall zu Fall, beginnen jedoch zumeist vier Tage bis zwei Wochen vor Beginn der Periode. Neben den bekannten psychischen Symptomen wie starken Stimmungsschwankungen, Nervosität, Apathie und Heißhungerattacken spielen vor allem körperliche Symptome eine große Rolle und beeinträchtigen die Patientinnen teils stark. So treten Wassereinlagerungen und Hautveränderungen häufig auf, doch auch Probleme mit dem Kreislauf (Ohnmacht) und dem Magen-Darm-Trakt (Durchfall, Völlegefühl, Erbrechen) kommen vor. Ein Hauptproblem für die Betroffenen sind dazu die Schmerzen, die durch Unterleibskrämpfe verursacht werden, sowie Kopfschmerzen bis hin zur Migräne, Rückenschmerzen und durch Wassereinlagerungen spannende und berührungsempfindliche Brüste. Durch den Stress können sonst nicht aktive Entzündungsherde im Körper aktiviert werden und Beschwerden verursachen.

In drei Vierteln aller Fälle bleibt es bei eher ungefährlichen Beschwerden, doch das restliche Viertel hat unter bedeutend stärkeren Beschwerden zu leiden. Eine Extremform des Prämenstruellen Syndroms wird als prämenstruelle dysphorische Störung (PMDS) bezeichnet.

Die Tage vor den Tagen: Prämenstruelles Syndrom (© Vlad Ivantcov - Fotolia.com)

Die Tage vor den Tagen: Prämenstruelles Syndrom (© Vlad Ivantcov – Fotolia.com)

Prämenstruelles Syndrom: Sport wird als hilfreich betrachtet

Die genauen Ursachen des PMS sind nicht bekannt, hängen jedoch mit dem Hormonhaushalt während des Menstruationszyklus nach dem Eisprung zusammen. Um die Symptome des PMS zu lindern, wird häufig eine ausgewogene und salzarme Ernährung vor der Menstruation empfohlen. Regelmäßiger Sport wirkt durchblutungsfördernd und kann so Wassereinlagerungen und Krämpfen vorbeugen. In Kombination mit ausreichend Erholung für den Körper in Form von Schlaf kann so den körperlichen Symptomen nach Ansicht von Spezialisten in den meisten Fällen erfolgreich vorgebeugt werden. Für Krämpfe des Unterleibes gibt es spezielle Schmerzmittel, die Krampflöser beinhalten.

Die seelisch-psychischen Symptome sind, entgegen vieler Behauptungen, nicht nur Folge der körperlichen Beschwerden, sondern ein eigenständiges Symptom des prämenstruellen Syndroms. Ihnen versuchen viele Betroffene mit Entspannungstechniken entgegenzuwirken, in schwereren Fällen kann eine Psychotherapie nötig werden, damit ein positiver Umgang mit den Symptomen erlernt werden kann.

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Publiziert am: 24. November 2010

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