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Menstruationskrämpfe | Ein Überblick über Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Mehr als die Hälfte aller Frauen kennt das Problem: beißende, stechende Schmerzen im Unterleib, vor allem zu Beginn der Menstruation. Solche Schmerzen haben in der Regel eine ganz natürliche Ursache. Der weibliche Körper bereitet sich in jedem Zyklus aufs Neue auf eine etwaige Schwangerschaft vor. Dazu wird in der Gebärmutter so genannte Gebärmutterschleimhaut oder auch Endometrium aufgebaut. Wird die Eizelle während des Eisprungs nicht von einer Spermienzelle befruchtet, so kommt es nicht zu einer Schwangerschaft und die aufgebaute Schleimhaut wird nutzlos. Deshalb setzt der Körper Prostaglandine frei. Diese chemischen Stoffe lösen wehenartige Krämpfe in der Gebärmutter aus. Durch diese Kontraktionen wird die bereits gelöste Schleimhaut Richtung Gebärmutterhals abtransportiert, so dass sie den Körper schlussendlich als Monatsblutung durch die Scheide verlassen kann.

Die Ursache von Menstruationskrämpfen

Das leichte Ziehen, das die meisten Frauen zu Beginn ihrer Regelblutung im Unterleib verspüren, stammt also von den durch die Prostaglandine hervorgerufenen Kontraktionen her. Manche Frauen schütten jedoch besonders viel von diesen Stoffen aus, wodurch die Krämpfe auch entsprechend intensiver und schmerzvoller empfunden werden. Auch ein zu enger Gebärmutterhals kann für die starken Schmerzen während der Periode verantwortlich sein.

Halten sich die Schmerzen in einem noch erträglichen Rahmen, so reicht es meist, für ausreichend Ruhe und Wärme zu sorgen. Eine Wärmflasche oder ein Heizkissen auf dem Unterleib lindern den Schmerz und sorgen dafür, dass die Schleimhaut leichter abtransportiert werden kann. Manchmal wird der Patientin auch geraten, sich viel zu bewegen, da man davon ausgeht, dass zum Beispiel Spaziergänge oder leichtes Laufen krampflösend wirken.

Menstruationskrämpfe plagen viele Frauen © B-D-S / Fotolia

Menstruationskrämpfe plagen viele Frauen © B-D-S / Fotolia

In einigen Fällen sind die Krämpfe jedoch so stark, dass ein normaler Tagesablauf nicht mehr möglich ist. Um die Lebensqualität zu erhalten, empfehlen sich rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke, die nicht nur die Schmerzen an sich lindern, sondern auch die Prostglandinproduktion vermindern. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit, den Zyklus durch bestimmte Verhütungsmittel so zu verändern, dass es gar nicht erst zu einer Regelblutung kommt. So kann man moderne Einphasenpillen ohne Unterbrechung einnehmen, also auf die siebentägige Pause nach der 21. Tablette im Blister verzichten. Durch die ununterbrochene Einnahme des Präparats wird eine Blutung unterdrückt. Auch die Spirale sorgt dafür, dass das Hormongleichgewicht im Körper erhalten bleibt. Sie wird dauerhaft installiert und kann die Periode über Monate hinweg unterdrücken.

Bevor man zu solchen Mitteln greift, sollte man sich jedoch bei einem Gynäkologen auf eventuelle Unregelmäßigkeiten untersuchen lassen. So können vermeintliche Regelschmerzen beispielsweise auch von einem entzündeten Eileiter oder Uterus her rühren. Weitere Erkrankungen, die häufig mit gewöhnlichen Menstruationskrämpfen verwechselt werden, sind die Endometriose und die Adenomyosis. Hier wächst die Gebärmutterschleimhaut in anderen Bereichen des Körpers oder wächst in die Muskulatur des Uterus ein.

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Publiziert am: 10. Juni 2011

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