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Invitrofertilisation

Bei einer In-Vitro-Fertilisation erfolgt die Befruchtung des Eies nicht innerhalb des Körpers der Frau, sondern außerhalb – und wie der Name bereits andeutet – in einer Glasschale. Dieses Verfahren wird angewandt, wenn eine Befruchtung auf natürlichem Weg nicht möglich ist. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, zu denen verschlossene Eileiter, Endometriose oder auch eine verminderte Zeugungsfähigkeit des Mannes gehören.

Voraussetzungen für die Durchführbarkeit der Invitrofertilisation sind eine gesunde Gebärmutter, funktionierende Eierstöcke und eine gute Qualität der männlichen Spermien. Liegen die genannten Voraussetzungen vor, werden die Eierstöcke der Frau zunächst mittels Hormongaben zur vermehrten Eiproduktion angeregt. Das Ziel ist, möglichst mehrere reife Eizellen zu produzieren. Ist der Moment des Eisprungs gekommen, entnimmt der Arzt die befruchtungsfähigen Eizellen mittels einer Kanüle. Danach werden die Eizellen mit dem parallel dazu produzierten Sperma des Partners in einer Glasschale zusammengeführt. In der Glasschale befindet sich eine spezielle Nährlösung, die der Entwicklung der Eizellen dient. Die Befruchtung der Eizelle durch jeweils ein Spermium erfolgt ganz ohne instrumentelle Hilfsmittel. Durch Zellteilung haben sich nach einigen Tagen aus den befruchteten Eizellen Embryonen entwickelt, die nun vorsichtig mit einem Katheter in die Gebärmutter eingesetzt werden. Beim Embryonentransfer werden zwischen ein und drei Embryonen eingesetzt, um die Chance auf eine Schwangerschaft zu erhöhen. Die Embryonen brauchen ein paar Tage, bis sie sich in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet haben. Nisten sich alle Embryonen ein, kommt es zu Mehrlingsschwangerschaften, die vermehrt bei der Methode der InVitro-Fertilisation auftreten.

Invitrofertilisation - Invitro Insemination / (© kytalpa - Fotolia.com)

Invitrofertilisation – Invitro Insemination / (© kytalpa – Fotolia.com)

In der Zeit des Einnistungsprozesses ist besondere Vorsicht und Schonung der Frau angezeigt. Nach dem Embryonentransfer erhält die Frau spezielle Gelbkörperhormone zur Unterstützung des Einnistungsprozesses. Nach zwei bis drei Wochen kann man durch einen Schwangerschaftstest feststellen, ob die Invitrofertilisation erfolgreich verlaufen ist. Die Chancen einer Schwangerschaft mittels der In-Vitro-Methode schwanken zwischen 25 und 30 Prozent.

Wie alle medizinischen Eingriffe birgt auch die In-Vitro-Fertilisation gewisse Risiken. Dazu gehört die hormonelle Überstimulierung, die zu einer Vergrößerung der Eierstöcke führen kann. Unter bestimmten Voraussetzungen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen 50% der Kosten für eine In-Vitro-Fertilisation. Manche privaten Krankenkassen hingegen sind zu einer kompletten Übernahme der Kosten bereit.

Publiziert am: 16. November 2010

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