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Obstipation | Was tun bei Verstopfung (kurzfristig und langfristig)?

Über das Thema Verstopfung wird nicht gerne geredet. Besonders für Frauen ist dieses Thema tabu. Noch nicht einmal mit dem Arzt sprechen sie gerne darüber. Speziell Frauen, die Kinder geboren haben, leiden verstärkt unter einem trägen Darm. Aber auch Männer sind betroffen von Obstipation. Was aber kann man selbst und aktiv dagegen tun? Klar, in schweren Fällen muss man zum Arzt gehen. Er kann mit einem starken Abführmittel aktuell helfen und auf eventuelle Krankheiten untersuchen. Auf Dauer sollte man diese Mittel aber nicht einnehmen, denn sie haben Nebenwirkungen und machen abhängig. Wenn Obstipation häufiger ohne medizinische Indikation auftritt, sollte man die Ernährung, das Trinkverhalten und die körperliche Aktivität überdenken.

Flüssigkeitszufuhr

Es ist von enormer Wichtigkeit, egal ob man Verdauungsprobleme hat oder nicht, genügend zu trinken. Zweieinhalb Liter Flüssigkeit sind angebracht, im Hochsommer können es bis zu vier Litern sein. Dabei kommt es auch sehr darauf an, was man trinkt. Gezuckerte Limonaden verstärken das Problem eher. Besonders bekömmlich und gesund sind sie auch nicht. Mineralwasser, stilles Wasser, ungezuckerte Tees und Obstsäfte sind ideal für den Körper.

Obst und Gemüse

Es gibt Obstsorten, die stopfen, wie Bananen, Heidelbeeren und Karotten. Die meisten Früchte aber sind reich an Ballaststoffen und helfen gegen Verdauungsprobleme. Hülsenfrüchte blähen und sind schwer verdaulich. Aber sie sind wichtige Eiweißlieferanten und man sollte nicht ganz auf sie verzichten. Gewürze wie Kreuzkümmel oder Bohnenkraut nehmen Bohnen und Erbsen die blähende Wirkung.

Zucker, Weißmehl und Schokolade

Raffinierte Lebensmittel wie Zucker und Weißmehr enthalten so gut wie keine Ballaststoffe und fördern dadurch Obstipation. Anstelle von Zucker sollte man lieber mit Honig oder Fruchtzuckern süßen. Weißes Mehl hat den gleichen Effekt. Es gibt in Deutschland unzählige Brotsorten, die gesund und ballaststoffreich sind. Deshalb sollte man den Verzehr von Weizenbrötchen und Weißbrot einschränken. Schokolade besteht hauptsächlich aus Kakao und aus Zucker, und beides stopft zusammen sehr.

Obstipation: Leinsamen sind beliebtes natürliches Mittel © Andre Bonn / Fotolia

Obstipation: Leinsamen sind beliebtes natürliches Mittel © Andre Bonn / Fotolia

Natürliche Abführmittel

Der Leinsamen ist die klassische Hilfe bei Verstopfung. In Wasser eingeweicht, wird er vor dem Frühstück eingenommen. Getrocknete Pflaumen und Aprikosen helfen ebenfalls hervorragend. Es gibt viele Kräutertees, die bei Obstipation helfen, wie Ingwer, Kümmel und Fenchel. Und wenn gar nichts hilft: Rohes Sauerkraut wird mit Sicherheit die gewünschte Wirkung zeigen.

Bewegung, Sport, Kur

Im heutigen Computerzeitalter verbringen viele Menschen acht bis zwölf Stunden am Tag vor dem PC. Sitzende Tätigkeit fördert Verstopfung und macht nicht nur den Darm träge. Bewegung muss her: Fahrradfahren, Schwimmen und Laufen kostet nicht viel und hält fit. Eine Rollkur hat auch schon manchem geholfen, akute oder chronische Obstipation zu bekämpfen. Ein heißes Bad oder eine Wärmflasche lösen Krämpfe und bringen die Verdauung wieder auf Trab.

Publiziert am: 11. Juli 2011

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