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Fettleibigkeit | Arten, Ursachen, Behandlungsansätze

Als „Fettleibigkeit (Adipositas)“ bezeichnet man eine krankhafte Ansammlung von Fettgewebe im menschlichen Körper, die durch eine übermäßige Zufuhr von energiereicher Nahrung verursacht wurde. Von krankhafter Fettleibigkeit spricht man ab einem BMI von 30 kg/m². Über diesen Grenzwert hinausgehende BMI-Werte werden weiterhin in drei Stufen der Fettleibigkeit differenziert.

Verschiedenste Faktoren können Auslöser einer Fettleibigkeit sein. An erster Stelle steht natürlich die falsche, zu energiereiche Ernährung, die zum Beispiel auch durch seelische Faktoren beeinflusst oder hervorgerufen werden kann. Bewegungsmangel kann dementsprechend ähnliche Wirkungen entfalten.
Aber auch genetische Faktoren oder bestimmte Krankheiten können in Kombination mit Umweltfaktoren einen schädlichen Einfluss auf den Stoffwechsel haben.

Fehlfunktionen der Schilddrüse oder – allerdings eher seltene – Erkrankungen wie Morbus Cushing, bei dem der Hormonhaushalt und der Stoffwechsel durch ein Hypophysenadenom beeinträchtigt werden, können krankhaftes Übergewicht verursachen. Auch bestimmte Medikamente, wie Antidepressiva oder Betablocker können Gründe für Fettleibigkeit sein.

Die Entwicklung von Fettleibigkeit (© rob3000 - Fotolia.com)

Die Entwicklung von Fettleibigkeit (© rob3000 – Fotolia.com)

Fettleibigkeit und Folgeerkrankungen

Neben den offensichtlichen Symptomen können sich aus der Fettleibigkeit eine Reihe von Folgeerkrankungen ergeben. Zum einen leidet die Ausdauer und Belastbarkeit des Körpers, der zudem sein erhöhtes Gewicht transportieren muss. Hieraus entstehen auf die Dauer natürlich auch orthopädische Probleme. Rücken- und Gelenkschmerzen treten typischerweise auf. Herz-/ Kreislauferkrankungen, hoher Blutdruck etc. sind keine Seltenheit und führen langfristig zu einer verkürzten Lebenserwartung.

Die beiden Grundpfeiler einer Therapie bei Fettleibigkeit sind zum einen eine langfristige und gesunde Umstellung auf eine dem eigenen Energiebedarf angemessene Ernährung. Kurzfristige Diäten sind dabei absolut kontraproduktiv und sollten vermieden werden. Wichtiger ist ein Ernährungskonzept mit dem der Patient sich dauerhaft anfreunden kann, um sein Gewicht zu halten.

Der zweite wesentliche Baustein ist die regelmäßige Bewegung. Eine Kombination aus Ausdauersport und Muskelaufbau ist die ideale Vorraussetzung für eine langfristige Ankurbelung der Fettverbrennung. Auch hier sollte man besonders am Anfang noch nicht übertreiben. Die Regelmäßigkeit zählt.

Auch medikamentöse Ansätze zur Fettreduktion werden diskutiert. Bei bisherigen Präparaten wurden aber teilweise schwerste Nebenwirkungen festgestellt und auch harmlosere Wirkstoffe sind oft mit Vorsicht zu genießen und ersetzen keinesfalls die gesunde Kombination von Sport und Ernährungsumstellung.

Eine letzte Alternative ist der chirurgische Eingriff. Der operative Vorgang an Magen, bzw. Darm kommt aber nur bei schweren Fällen zum Einsatz, wenn zum Beispiel ein BMI von über 35 oder bereits eine gravierende Folgeerkrankung vorliegt.

Unterscheidungsfähigkeit gesunde Nahrung vs. ungesunde Lebensmittel (Quelle: STATISTA / IfD Allensbach)

Unterscheidungsfähigkeit gesunde Nahrung vs. ungesunde Lebensmittel (Quelle: STATISTA / IfD Allensbach)

Publiziert am: 7. August 2010

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