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Magnetresonanztomografie – die medizinische Scheibenwelt

Die Magnetresonanztomografie (MRT) ist den meisten Menschen als Kernspintomographie (oder kurz: Kernspin) bekannt. Das medizinische Diagnostikverfahren gehört zu den bildgebenden Verfahren. Verwendung findet es bei der Darstellung des menschlichen (als auch des tierischen) Körpers, hier insbesondere der einzelnen Gewebsstrukturen, der Organe als auch der verschiedenen Organ- und Körperfunktionen.

Das Funktionsprinzip des MRT beruht auf der Kernspinresonanz. Beim MRT werden vom zu untersuchenden Körper sog. Schnittbilder angefertigt. Diese dünnen Scheiben erlauben eine genaue Begutachtung der Organe oder Veränderungen derselben. Die Funktion des MRT beruht auf einem starken Magnetfeld als auch auf sog. elektromagnetischen Wechselfeldern. Mit deren Hilfe lassen sich die Atomkerne des menschlichen Körpers stimulieren, welche dann im Stromkreis des Empfängers elektrische Signale induzieren. Der wichtigste Aspekt der Magnetresonanztomografie ist, dass das Gerät keinerlei Röntgenstrahlung oder eine andere ionisierende Strahlung erzeugt. Es wird auch keine Strahlung benutzt, um den MRT zu betreiben.

Arzt bei der Untersuchung (© yannickpi - Fotolia.com)

Arzt bei der Untersuchung (© yannickpi – Fotolia.com)

Magnetresonanztomografie: Arten von MRT-Verfahren

Es gibt inzwischen verschiedene Arten von MRT-Verfahren. Neben Gewebe und Organen lässt sich auch die Durchblutung darstellen, was vor allem für die Kardiologie als auch in der Gefäßmedizin äußerst bedeutsam ist, lassen sich so auf schonende Weise die Gefäße klar darstellen, so dass man evtl. Engpässe in Arterien oder Venen sofort erkennen kann. Dieses Verfahren nennt man Perfusions-MRT, bei denen die Gewebedurchblutung dargestellt wird. Ein weiteres Verfahren ist das sog. Echtzeit-MRT. Hierbei kann man Gelenke oder Organe in ihrer Bewegung darstellen, z.B. das Schlagen bzw. Pumpen des Herzens oder das Beugen des Kniegelenks. Auch in der Neurologie wird das MRT eingesetzt, dient es u.a. der virtuellen Rekonstruktion von Nervenverbindungen. Diese Verfahren werden als Diffusions-MRT oder Diffusions-Tensor-Bildgebung bezeichnet. Den meisten Menschen ist das MRT vor allem aus der Orthopädie bekannt. Hier werden zur Diagnosesicherung Aufnahmen von der Wirbelsäule gemacht, um evtl. Bandscheibenvorfälle oder Frakturen rechtzeitig zu erkennen.

Viele Patienten haben eine gewisse Angst vor dem MRT, da viele Krankenhäuser und radiologische Praxen über ein geschlossenes MRT-System verfügen. Es kann durchaus zu Gefühlen der Platzangst kommen, wenn man über eine längere Zeit in einer langen, engen Röhre still liegen muss. Die geschlossenen Systeme werden – im Gegensatz zum offenen System – bevorzugt, liefern diese Geräte doch wesentlich bessere Bilddaten. Allerdings ermöglichen die offenen Systeme den direkten Zugang zum Patienten, was mitunter von Vorteil sein kann. Mittels einer Gabe von sog. Kontrastmitteln kann man jedoch die Darstellung des Gewebes als auch der Organe noch um ein Vielfaches verbessern.

Der große Vorteil des MRT ist, dass keine Strahlung verwendet wird und das Verfahren somit unbedenklich für die Gesundheit ist. Die Qualität der Darstellung übertrifft bei Weitem das Röntgen als auch in bestimmten Bereichen die Computertomografie (CT). Der Nachteil von Magnetresonanztomografien besteht darin, dass man sich stets vergewissern muss, dass der Patient keinerlei Metallteile am oder im Körper hat wie z.B. Schrauben, Platten oder Schrittmacher aus Metall. Aufgrund des sehr starken Magnetfeldes können diese bewegt werden und somit das Gewebe, Knochen und Organe verletzen. Des Weiteren erhitzen sich die Metallteile im Magnetfeld, so dass es zu Verbrennungen in und am Körper kommen kann.

Statistiken zur Magnetresonanztomografie

MRT - Magnetresonanztomographie-Untersuchungen in ausgewählten Ländern Europas 2010 (© Statista / OECD)

MRT – Magnetresonanztomographie-Untersuchungen in Ländern Europas 2010 (© Statista / OECD)

MRT / Magnetresonanztomografie - Untersuchungszahlen Deutschland (Quelle: Statista / Barmer GEK)

MRT / Magnetresonanztomografie – Untersuchungszahlen Deutschland (Quelle: Statista / Barmer GEK)

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Publiziert am: 7. November 2010

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