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Computertomografie | Das Verfahren, die Strahlenbelastung

Die Computertomografie (abgekürzt CT) ist ein bildgebendes Verfahren, das Aufnahmen des menschlichen Körpers aus verschiedenen Blickrichtungen und in unterschiedlichen Schichtdicken ermöglicht. Dazu werden im Gegensatz zur Kernspintomografie Röntgenstrahlen benötigt. Mittels der Computertomografie erhält der Arzt Untersuchungsergebnisse zum Zustand von inneren Organen, der gesamten Wirbelsäule, aller untersuchten Gelenke und des Kopfes. Untersuchungen mittels Computertomografie sind sowohl mit als auch ohne Kontrastmittelgabe möglich. Durch die Kontrastmittelgabe ist eine bessere Darstellung der untersuchten Organe möglich, da es die Röntgenstrahlen absorbiert.

Gegenüber der Kernspintomografie hat die Computertomografie aber auch einige Vorteile. So besteht diese nicht aus einer langen schmalen Röhre, die vor allem bei adipösen Menschen oder Patienten mit Platzangst Probleme mit sich bringt. Auch der Geräuschpegel des Computertomographen ist wesentlich leiser als des Kernspintomografen. Patienten, die unter Rückenbeschwerden leiden und nicht länger liegen können, aber auch intensivmedizinisch betreute Patienten, profitieren von den Vorteilen der Computertomografie, da diese wesentlich kürzere Untersuchungszeiträume benötigt als der Kernspintomograf. Auch die Anschaffungskosten sind bei einem Computertomografen wesentlich niedriger. All diese Faktoren sprechen sicher auch für die Untersuchung mittels der Computertomografie.

Erste Computertomografen kamen übrigens in den 1970er Jahren auf den Markt. Sie wurden von den Wissenschaftlern A. M. Cormack und G. N. Hounsfield entwickelt. Diese beiden Wissenschaftler erhielten für ihre bahnbrechende Untersuchungsmethode im Jahr 1979 den Nobelpreis im Bereich Medizin.

Computertomografie als Diagnoseverfahren nicht mehr wegzudenken

Heute sind Computertomografen bei der Untersuchung von Patienten nicht mehr wegzudenken. Während Röntgenaufnahmen nur ein undeutliches Bild von inneren Verletzungen wiedergeben, auch wenn auf Kontrastmittel zurückgegriffen wird, ist durch die Computertomografie und deren rechnergestützte Auswertung der Daten ein viel differenzierteres Bild möglich. Kontrastmittel, die beispielsweise in den 1930er Jahren eingesetzt wurden, hatten auch wesentlich gravierendere Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Lebertumore. Heutzutage müssen Kontrastmittel wesentlich stärkere Sicherheitsanforderungen erfüllen als beispielsweise Medikamente, die zu Therapiezwecken eingesetzt werden. Somit wird das Risiko, an einer durch Kontrastmittelgabe ausgelöste Erkrankung zu leiden, wesentlich minimiert.

Moderne Diagnoseverfahren wie die Computer-Tomografie sind heute aus Krankenhäusern nicht mehr wegzudenken © picsfive/fotolia

Moderne Diagnoseverfahren wie die Computer-Tomografie sind heute aus Krankenhäusern nicht mehr wegzudenken © picsfive/fotolia

In Deutschland werden jährlich etwa 5 Millionen Menschen mindestens einmal mittels der Computertomografie untersucht. In den USA werden jährlich 64 Millionen Computertomografien angefertigt. Wenn man bedenkt, dass die Strahlendosis bei dieser Untersuchung circa 1.000 mal höher ist als bei einer Röntgenaufnahme des Thorax und immerhin noch 50 mal höher als bei einer Mammografie, muss man sich der Risiken, die damit einhergehen, durchaus bewusst sein. In vielen Fällen ist aber das mittels CT gewonnene Untersuchungsergebnis als wesentlich wertvoller einzustufen als das eingegangene Risiko. Damit keine Doppeluntersuchungen, beispielsweise in Krankenhäusern und in ambulanten Arztpraxen durchgeführt werden, sollten Sie die CT-Untersuchungen in Ihrem Röntgenpass vermerken lassen. Somit können diese Aufnahmen bei den jeweiligen Praxen oder Krankenhäusern angefordert werden. Mittlerweile ist auch eine Übermittlung mittels Internet möglich. Dadurch kann von jeder vernetzten Praxis beziehungsweise jedem vernetzten Krankenhaus auf Ihre Untersuchungsergebnisse zurückgegriffen werden. Sie sparen sich somit unnötige Doppeluntersuchungen.

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Publiziert am: 20. Juli 2011

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