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Wieder zurück zur vollen Sehkraft dank Augenlasern?

Etwa 24 Millionen Menschen in Deutschland sind laut Statista im Alltag rund um die Uhr auf eine Brille angewiesen (siehe Brillenträger in Deutschland), hinzu kommen fast 19 Millionen gelegentliche Brillenträger und knapp 3 Millionen Kontaktlinsenträger und die Zahl der Menschen mit Fehlsichtigkeit steigt. Das liegt laut Augenärzten hauptsächlich daran, dass die Deutschen und vor allem Kinder und Jugendliche immer mehr Zeit vor dem Bildschirm verbringen, sei es vor dem PC, dem Smartphone oder dem Fernseher. Das stundenlange Starren ins grelle Licht mit hohem Blauanteil fordert seinen Tribut an die Netzhaut. Also stimmt sie wohl, die Warnung unserer Eltern: „Wer lange vor dem Bildschirm sitzt, bekommt viereckige Augen“.

Heute träumen also umso mehr Fehlsichtige von einem Leben ganz ohne Brille und Kontaktlinsen, d.h. keine trockenen und geröteten Augen mehr, keine dreckige und beschlagene Brille auf der Nase, die das Outfit und den eigenen Look stört und keine eingeschränkte Sicht. Augenlasern lässt diesen Traum für viele einst Weit- und Kurzsichtige wahr werden. Doch der Eingriff ist weit mehr als rein kosmetisch, er ist in erster Linie medizinisch und verhilft Patienten dazu 100 Prozent Sehkraft zu erlangen.

Fehlsichtige Patientin - ob eine Augenlaserbehandlung möglich ist, hängt u.a. von der Hornhautdicke des Auges ab (© lightpoet / Fotolia)

Fehlsichtige Patientin – ob eine Augenlaserbehandlung möglich ist, hängt u.a. von der Hornhautdicke des Auges ab (© lightpoet / Fotolia)

Wer kommt für die Augen-OP in Frage?

Mehr als 100.000 Augenlasereingriffe werden in Deutschland im Jahr routinemäßig durchgeführt. Die stetig sinkenden Preise der Augenkliniken sind wohl ein wichtiger Grund für den Eingriff, doch für das Augenlasern gibt es einige wichtige Voraussetzungen. Die gute Nachricht: Sowohl Kurz- als auch Weitsichtige wie auch Augen, die von Altersweitsichtigkeit oder Astigmatismus betroffen sind, kommen für eine Laserbehandlung in Frage. Wesentlich für das Vorgehen sind die Stärke der Hornhaut und die Dioptrienanzahl, die vom Augenarzt bei der Augenvoruntersuchung festgestellt wird. Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) hat für Augenlasereingriffe Empfehlungen erstellt, bei welchen Dioptrienwerten welche Operationsmethoden durchgeführt werden sollten. Mitunter sind auch Intraokularlinsen eine (besser geeignete) Alternative zum Lasern.

Kosten für das Augenlasern

Ist eine OP wirklich so viel teurer als eine Brille? Auch wenn die Preise niedriger sind als noch vor ein paar Jahren, liegen sie noch mindestens bei 800 Euro pro Auge. Je nach Operationsmethode und Stärke der Sehschwäche kann der Preis auch weit höher liegen. Unter den Augenlaserverfahren ist die LASIK-Methode der am häufigsten angewandte Eingriff. Das modernste und sicherste Verfahren – ReLEx-Smile – kostet jedoch im Schnitt ca. 2.500–3.000 Euro. Eine Chance für eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen besteht nur bei Härtefällen, die privaten Krankenversicherungen prüfen im Einzelfall.

Augenlasern: Laser-OP oder weiter Brille tragen? Für viele ist die Entscheidung auch eine Kostenfrage, denn (zumindest) gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen die Kosten quasi nie. (© L. Klauser / Fotolia)

Augenlasern: Laser-OP oder weiter Brille tragen? Für viele ist die Entscheidung auch eine Kostenfrage, denn (zumindest) gesetzliche Krankenversicherungen übernehmen die Kosten quasi nie. (© L. Klauser / Fotolia)

Die richtige Augenklinik finden

Das Lasern stellt einen scheinbar unkomplizierten Eingriff dar, doch auch wenn die Erfolgswahrscheinlichkeit für ein Leben ohne Brille hoch ist, ungefährlich ist eine OP nie. Das Risiko besteht meist in Komplikationen bei der Heilung der Hornhaut. Auch trockene Augen, Blendeempfindlichkeit oder ein geschwächtes Sehen bei Dämmerung zählt zu den möglichen Folgebeschwerden.

Gerade deshalb sollten sich Patienten genau über Risiken und mögliche Langzeitfolgen informieren. Vorab gilt es sich über verschiedene Chirurgen zum Thema Augenlasern zu informieren. Ein guter Arzt klärt seine Patienten gewissenhaft in mehreren Beratungsgesprächen auf und führt eine gründliche Voruntersuchung durch. Dazu gehört das Messen der Hornhautdicke und des Augeninnendrucks. Je mehr Operationsverfahren angeboten werden, desto mehr spricht es für die Kompetenz der Augenklinik. Die Prüfstelle Dekra vergibt regelmäßig Qualitätssiegel und überprüft vor allem die technische Ausstattung, die Hygiene und das Fachwissen der Ärzte und des medizinischen Personals.

Videos zum Thema

YOUTUBE: Augenlasern mit Lasik, Lasek, PRK & Co: Vorteile und Risiken (2016)
(youtube.com/watch?v=KnFxylFjh08)

YOUTUBE: Augen lasern lassen mit Lasik / Femto-Lasik / Relex Smile | Augenlasern: Risiken und Gefahren
(youtube.com/watch?v=V7mP3Klsn3k)

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Publiziert am: 15. November 2017

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