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Photo- und Lichttherapie gegen Depression und andere Krankheitsbilder

Bei einer Lichttherapie handelt es sich um ein in der wissenschaftlichen Medizin anerkanntes Verfahren. Genutzt wird es zum Beispiel zur Behandlung einer Depression sowie damit häufig einhergehenden Schlafstörungen (vgl. Behandlungen von Depressionen).

Die Patienten werden dabei einem hellen Kunstlicht, der sogenannten „Lichtdusche“ ausgesetzt. Dabei müssen sie täglich, aus einem Abstand von mindestens einem Meter, über den Zeitraum von etwa zwanzig Minuten bis einer Stunde in eine Tageslichtlampe oder eine vergleichbare Lichtquelle blicken. Das Licht muss dabei dem Spektrum des Sonnenlichts entsprechen, wobei vor allem der blaue und kurzwellige Bereich des Spektrums für die Wirkung verantwortlich gemacht wird.

Photo- und Lichttherapie: Eine intensive Lichtbestrahlung gleich nach dem Aufwachen wirkt stimmungsaufhellend und anti-depressiv (© Diana Drubig / Fotolia)

Photo- und Lichttherapie: Eine intensive Lichtbestrahlung gleich nach dem Aufwachen wirkt stimmungsaufhellend und anti-depressiv (© Diana Drubig / Fotolia)

Lichttherapie gleich nach dem Aufwachen

Im besten Fall geschieht die Belichtung direkt nach dem Aufwachen. Dabei ist es nicht notwendig, dass der Erkrankte direkt in die Lichtquelle sieht. Jedoch muss das Licht direkt auf die Netzhaut treffen. Dabei hat „echtes“ Sonnenlicht theoretisch die gleiche Wirkung wie das Kunstlicht. Jedoch ist es oft nicht möglich, dass sich die Patienten ausreichend im Freien aufhalten, um einen entsprechenden Therapieerfolg zu erzielen.

Ein ähnliches Therapieverfahren kann auch vorbeugend gegen einen Jetlag eingesetzt werden. Einige Fluggesellschaften bieten ihren Passagieren auf Langstreckenflügen dafür sogar Kopfbedeckungen an, die mit einer hellen Lichtquelle versehen sind.



Wirkweise der Lichttherapie zur Behandlung von Depression

Zur Wirkungsweise der Lichttherapie hinsichtlich einer Behandlung von Depression existieren verschiedene wissenschaftliche Untersuchungen. Demnach produziert das menschliche Gehirn insbesondere während der zweiten Hälfte der Nacht den Stoff Melatonin, welchem eine depressionsauslösende Wirkung nachgesagt wird (siehe z.B. den 3sat-Beitrag Zu viel Melatonin macht Menschen depressiv). Nach dem Einsatz der Lichttherapie, innerhalb eines möglichst kurzen zeitlichen Abstands nach dem Erwachen, stoppt das Licht die Melatonin-Produktion, beziehungsweise es erfolgt ein Abbau des Melatonins, was zu einem positiven Stimmungsumschwung führen kann (siehe auch: Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren).

Uneingeschränkt in ihrer medizinischen Wirksamkeit anerkannt ist die Lichttherapie im Falle einer sogenannten Winterdepression (vgl. Winter-Depressionen Symptome). Außerdem wirkt sich eine Lichttherapie positiv auf das Immunsystem aus. Dies wird beispielsweise bei einer Tuberkulose nutzbar gemacht. Bestimmte, im Licht enthaltene, UV-Anteile sollen zudem eine keimtötende Wirkung entfalten.

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Phototherapie als Variante der Licht-Therapie

Eine Variante der Lichttherapie ist die Phototherapie. Diese wird bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis eingesetzt. Auch bei Neugeborenen, die unter Gelbsucht leiden, ist eine solche Behandlung sinnvoll. Dabei nutzt man konventionelle Leuchtröhren-Lampen, die über einem Wärmebett platziert werden. Die Wirksamkeit der Therapie steigt mit der Größe der bestrahlten Hautfläche, weshalb die Babys nur in Windeln bekleidet der Bestrahlung ausgesetzt sind. Um die Effektivität zusätzlich zu erhöhen, kann man zudem sogenannte fiberoptische Leuchtmatten nutzen sowie die Lichtquelle näher an den Säugling heran bringen.

Trotz der augenscheinlichen Harmlosigkeit der Behandlung sind bei der Behandlung der Babys auch Nebenwirkungen zu beachten. Aufgrund der Energieeinstrahlung kommt es zu einer erhöhten Wasserverdunstung der Haut und folglich zu Salzverlusten. Auch die Augen reagieren auf das Licht empfindlich, weshalb eine Schutzbrille für die Neugeborenen unabdingbar ist. Die empfindliche Haut der Säuglinge kann ebenfalls reizbar reagieren.

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Publiziert am: 6. Januar 2016

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