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Gelenkversteifung (Arthrodese): Warum man manchmal bei Gelenkproblemen die Gelenke bewusst aktiv versteift

Bei einer Versteifung der Gelenke handelt es sich nicht nur um jene Beschwerden, die von bestimmten Gelenkserkrankungen, wie etwa Arthrose, ausgelöst werden – eine Gelenkversteifung kann auch operativ vorgenommen werden. Sie wird dann als Arthrodese bezeichnet und ist indiziert, wenn das entsprechende Gelenk sehr stark geschädigt oder sogar vollkommen zerstört ist und der Patient unter heftigen Schmerzen leidet.

In vielen Fällen lassen sich Gelenkprobleme mit verschiedenen Mitteln und Medikamenten lindern. Oft verwendet werden z.B. Produkte im Kontext von Hyaluron(säure), Glucosamin und Kollagen, siehe Produkte wie z.B. Dr Hittichs Gelenk-Kraft Pro. Dieser Hersteller scheint überhaupt recht aktiv im Bereich Nahrungsergänzungs- und Gesundheits-Mittel: auf seiner Facebook-Seite finden wir regelmäßig gute Tipps rund um die Gesundheit.

Operative Versteifung der Gelenke?

Durch eine operative Versteifung der Gelenke unterbindet man die Bewegungsfähigkeit der Gelenke komplett. Die Arthrodese kann dauerhaft oder auch temporär erfolgen. In letzterem Fall wird das Gelenk vorübergehend fixiert, beispielsweise durch Anbringung eines sogenannten Kirschner-Drahtes quer durch das betroffene Gelenk.

Bei der permanenten operativen Versteifung der Gelenke wird das Gelenk entweder eröffnet – in diesem Falle spricht man von einer intraartikulären Arthrodese – oder nicht eröffnet. Dann handelt es sich um eine extraartikuläre oder auch paraartikuläre Arthrodese.

TV-Beitrag des NDR zum Thema 'Gelenkversteifung - wann ist sie sinnvoll?' - Screenshot ARD Mediathek, http://www.ardmediathek.de/tv/Visite/Gelenkversteifung-Wann-ist-sie-sinnvoll/NDR-Fernsehen/Video?documentId=22525214&bcastId=14049224

TV-Beitrag des NDR zum Thema ‚Gelenkversteifung – wann ist sie sinnvoll?‘ – Screenshot ARD Mediathek, http://www.ardmediathek.de/tv/Visite/Gelenkversteifung-Wann-ist-sie-sinnvoll/NDR-Fernsehen/Video?documentId=22525214&bcastId=14049224

Sinnvoll kann die operative Versteifung der Gelenke vor allem am oberen und unteren Sprunggelenk, am Knie, am Hüftgelenk, am Handgelenk, am Ellenbogen sowie am Schultergelenk sein, wenn dieses seine ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen kann und bei jeder Bewegung heftige Schmerzen verursacht. Eine Gelenkzerstörung von solch einem Ausmaß ist oftmals durch Erkrankungen wie Gelenkverschleiß (Arthrose), Gelenkentzündungen (rheumatoide Arthristis, chronische Polyarthritis), Entzündungen durch Krankheitserreger wie beispielsweise Bakterien oder auch Verletzungen und Fehlstellungen bedingt. Auch können Abnutzungserscheinungen, verursacht durch starke Belastungen oder hohes Alter, die Funktion des Gelenkes zum Erliegen bringen, ebenso wie bestimmte Stoffwechselkrankheiten oder Erbfaktoren.

Nicht alle Ärzte sind Fans und Verfechter einer aktiven Gelenksversteifung und präferieren z.B. eher eine Prothese; siehe hierzu den gelenk-doktor.de-Artikel „Sprunggelenks-Prothese oder Gelenksversteifung bei Arthrose im Sprunggelenk„.

Anatomie des Sprunggelenks: Bei fortwährenden, gravierenden Problemen mit dem Sprunggelenk stellen Ärzte mitunter einer bewusst durchgeführte Versteifung des Gelenks zur Option (© bilderzwerg / Fotolia)

Anatomie des Sprunggelenks: Bei fortwährenden, gravierenden Problemen mit dem Sprunggelenk stellen Ärzte mitunter einer bewusst durchgeführte Versteifung des Gelenks zur Option (© bilderzwerg / Fotolia)

Gelenkversteifung: Eingriff in Vollnarkose oder lokaler Betäubung

Wenn die konservativen Therapien wie Ruhiglagerung, Krankengymnastik und Medikamentengabe nicht den gewünschten Erfolg zeitigen, kann eine operative Gelenkversteifung durchgeführt werden. Der Eingriff wird entweder in Vollnarkose oder unter lokaler Betäubung durchgeführt.

Bei einer intraartikulären Arthrodese – also der Methode, bei der das Gelenk eröffnet wird -, wird durch die Eröffnung der Zugang zu den Gelenkflächen geschaffen. Knorpelreste und anderes Gewebe werden entfernt, damit die aneinander grenzenden Knochen – wie nach einem Knochenbruch – direkt zusammenwachsen können. In manchen Fällen muss man zu einer weiteren Stabilisierung Knochengewebe übertragen, welches oftmals aus den Beckenknochen des Patienten, aber auch von Fremdknochen gewonnen wird. Ist der Defekt des zu versteifenden Gelenks besonders ausgeprägt, kann es erforderlich sein, dass Knochengewebe aus den an die Gelenkknochen angrenzenden Bereichen nach und nach in den zu versteifenden Gelenkbereich zu ziehen.

Damit das Zusammenwachsen der Knochen in möglichst günstiger Stellung erfolgt, werden die beteiligten Knochen mit Fremdmaterialien fest miteinander verbunden. So beispielsweise können Schrauben, Platten oder Nägel verwendet werden. Falls erforderlich, wird ein Fixateur angelegt. Hierbei handelt es sich um eine Verbindungsstruktur, die außerhalb des Körpers angelegt wird – also beispielsweise ein außen angebrachtes Metallgestell, welches mit Schrauben am Knochen fixiert wird. Je nach Notwendigkeit wird nach dem Eingriff ein Verband, ein Gips oder eine stabilisierende Schiene angelegt. Es ist möglich, dass später die verwendeten Fremdmaterialien später wieder entfernt werden.

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Publiziert am: 13. Februar 2015

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