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Blutverdünnende Medikamente: Arten und Einsatzgebiete

In vielen Lebenslagen kann es kurzfristig oder sogar dauerhaft sinnvoll sein, eine Blutverdünnung zu verordnen. Je nach aktueller Situation, Krankheitsbild sowie individuellen Eigenschaften und Risiken des Patienten sind unterschiedlichste Ansätze möglich.

Das wohl bekannteste Beispiel ist der Thrombozytenaggregations-Hemmer, z.B. das ASS (Aspirin) oder Clopidogrel (Plavix). Diese Medikamentengruppen verhindern, dass die roten Blutplättchen übermäßig verklumpen und so einen Gefäßverschluss provozieren können. Typischerweise werden diese Wirkstoffe prophylaktisch eingesetzt, vor allem zur Vermeidung von Herzinfarkt und Schlaganfall, wenn eine Risikoerhöhung (z.B. Bluthochdruck, Rauchen etc.) vorliegt. Aber auch nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall und auch nach Operationen an Gefäßen (besonders wenn so genannte Stents, also kleine Metallgitter in den Gefäßen, eingesetzt wurden) werden sie zur Vermeidung von erneuten Gefäßkomplikationen eingesetzt.

Blutverdünnende Medikamente bei Bluthochdruck (© papalapapp - Fotolia.com)

Blutverdünnende Medikamente bei Bluthochdruck (© papalapapp – Fotolia.com)

Blutverdünnende Medikamente: Heparine, Marcumar

Direkt nach Operationen werden zur Verhinderung einer Thrombose bevorzugt Heparine genutzt. Bei einigen Operationen ist auch eine Vorabgabe sinnvoll, welche dann für den Eingriff selber pausiert wird. Heute werden vor allem niedermolekulare Heparine (z.B. Clexane) eingesetzt, da sie recht nebenwirkungsarm bei günstigem Wirkprofil sind. Leider müssen Heparine alle subkutan gespritzt werden, aber an oralen Medikamenten für dieses Einsatzgebiet wird rege geforscht.

Ist es bereits zu einer Thrombose, Lungenembolie, einem Herz- oder Hirninfarkt gekommen, kann Heparin auch über eine Spritzenpumpe verabreicht werden und so der Thrombus aufgelöst oder zumindest ein weiteres Wachstum verhindert werden.

Für eine lebenslange starke Blutverdünnung ist heute Marcumar das Mittel der Wahl. Es blockiert die Vitamin K-abhängigen Gerinnungsfaktoren und ist durch die ausgeprägte Effektivität auch im venösen System gut wirksam. Typische Einsatzgebiete sind z.B. der Zustand nach Thrombose, Schlaganfall oder Lungenembolie sowie Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern zur Vermeidung von Schlaganfällen. Es kann oral eingesetzt werden, das Ausmaß der gerinnungshemmenden Wirkung sollte jedoch regelmäßig mittels Quick- oder INR-Wert geprüft werden.

Publiziert am: 20. Januar 2011

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