www.medizinius.de » Arznei und Medikamente

Statistik: Verpackungsmängel bei Arzneimitteln sind häufiger Grund (30%) für Beanstandungen durch Apotheker beim Pharmahersteller

Fakt: 30% aller Fälle, in denen Apotheker Arzneimittel beim Hersteller beanstanden, haben mit Verpackungsfehlern zu tun. – Lesen Sie selbst:

Heute sind wir bei der Statistikplattform „Statista“ auf eine interessante Statistik von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gestoßen, die zwar schon etwas älter ist, aber uns doch gewundert hat. Und zwar geht es um die Fehler / Mängel / Ursachen, warum Apotheker Arzneimittel beanstanden und zurückgehen lassen (müssen). Laut dieser Statistik waren in den Jahren 2008-2010 rund 30% aller Beanstandungen auf Verpackungsfehler zurückzuführen. Wie kann das sein?

Statistik: Anteile der Beanstandungen der Apotheken zu Arzneimittelmängeln 2008/09 und 2009/10 > Im Zeitraum Juli 2008 bis Juni 2009 machten Verpackungsfehler 31,3% aller Beanstandungen zu Arzneimittelmängeln aus; im Folgezeitraum Juli 2009 bis Juni 2010 immerhin auch 29%. (Quelle: STATISTA / Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände)

Statistik: Anteile der Beanstandungen der Apotheken zu Arzneimittelmängeln 2008/09 und 2009/10 > Im Zeitraum Juli 2008 bis Juni 2009 machten Verpackungsfehler 31,3% aller Beanstandungen zu Arzneimittelmängeln aus; im Folgezeitraum Juli 2009 bis Juni 2010 immerhin auch 29%. (Quelle: STATISTA / Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände)

Der Artikel dazu findet sich im „Jahresbericht der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände 2009/2010“, den man als PDF auch online einsehen kann, siehe Seite 59.

siehe Seite 59

siehe Seite 59

Leider beantwortet man die Frage dort nicht, sondern es geht primär um die Hauptursache für gemeldete Beanstandungen, nämlich die sogenannten UAW- und Missbrauchs-(Verdachts-)Fälle. UAW meint „unerwünschte Arzneimittelwirkungen“. Hier gibt es Meldeprozesse, wenn Apotheker mitbekommen, dass ein Arzneimittel-Produkt unerwartete, scheinbar noch nicht bekannte Nebenwirkungen o.ä. im Einsatz nach sich gezogen haben. Dazu gibt es standardisierte Berichtsbögen, über welche solche Fällle schnell bearbeitet werden können. Die UAWs sind mit 32,6% der häufigste Grund von Beanstandungen, aber effektiv fast gleich so häufig wie Verpackungsfehler.

Wachsende Anforderungen von Kunden und Gesetzgeber

Als Laie bzw. Endverbraucher von Medikamenten fragt man sich, was da so viel schiefgehen kann – schließlich dürfte es doch gute, industrielle Verpackungsanlagen geben, die so modern und hochtechnisiert sind, dass wenig Ausschuss und zuverlässige Produktion hat. Einige Antworten findet man in einem Dokument des Bundesverbands Deutscher Krankenhausapotheker, das diverse Anforderungen der Apotheker an die Verpackungen zusammenfasst. Hier zeigt sich auch, dass die Pharma-Hersteller z.B. für den Einsatz ihrer Arzneimittelprodukte im Krankenhaus ganz anderen Anforderungen folgen müssen/sollen als bei den rezeptpflichtigen und rezeptfreien Arzneimittelschachteln, die der Endverbraucher in der Apotheke um die Ecke erwirbt.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Pharmafirmen natürlich auch, was die Wünsche und Forderungen an das „Track & Trace“ von Arzneimitteln angeht – siehe unseren Bericht „Track & Trace – das Ende der gefälschten Medikamente?“ zum Weiterlesen.

Wenn es interessiert: Hier einige Links zu Firmen und Ressourcen, die sich mit dem Thema auseinandersetzen:

Publiziert am: 16. Januar 2014

Verschlagwortet mit: