www.medizinius.de » Arznei und Medikamente, Psyche

Antidepressiva – Medikamente gegen Depressionen

Jeder kennt das: Die Welt ist trüb, alles ist grau und man könnte sofort losheulen. Oder plötzlich packt einen die Angst: Wie soll ich diese Rechnung bezahlen? Bin ich ernsthaft krank?

Solange melancholische oder Angstzustände nur ganz vereinzelt und ab und zu auftreten, ist das völlig normal, vor allem, wenn es dafür einen nachvollziehbaren Grund gibt. Wenn sich aber solche Zustände häufen, wenn sie die Lebensqualität nachhaltig beinträchtigen, dann kann dahinter eine depressive Störung stecken.

Diese zu bekämpfen und zu beseitigen gibt es verschiedene Möglichkeiten. So kann der Patient psychotherapeutisch behandelt werden oder medikamentös. Hier kommen Antidepressiva ins Spiel. Sie helfen dem Patienten wieder auf die Beine – den meisten wenigstens. 50 bis 75 Prozent der Patienten sprechen jedenfalls positiv auf Antidepressiva an.

Antidepressiva: Wer vom Arzt aufgrund depressiver Verstimmungen ein Antidepressivum verschrieben bekommt, sollte einen Nahestehenden die Packungsbeilage lesen lassen - denn die möglichen Nebenwirkungen können recht heftig ausfallen - und darauf sollten Familienmitglieder und/oder Freunde vorbereitet sein (© WoGi - Fotolia.com)

Antidepressiva: Wer vom Arzt aufgrund depressiver Verstimmungen ein Antidepressivum verschrieben bekommt, sollte einen Nahestehenden die Packungsbeilage lesen lassen – denn die möglichen Nebenwirkungen können recht heftig ausfallen – und darauf sollten Familienmitglieder und/oder Freunde vorbereitet sein (© WoGi – Fotolia.com)

Ein Antidepressivum ist kein Allheilmittel

Wundermittel sind Antidepressiva jedenfalls nicht. Je nach Präparat werden zwei Ziele mit dem Mittel verfolgt: Antidepressiva sollen stimmungsaufhellend wirken und/oder antriebssteigernd. In Extremfällen kann das eine sehr brisante Mischung sein. Wenn etwa bei schwer depressiven und suizidgefährdeten Patienten die antriebssteigernde Wirkung vor der Stimmungsaufhellung einsetzt, kann gerade das Antidepressivum den Selbstmord auslösen. Antidepressiva sind auch nicht unbedingt dazu gedacht, bei depressiven Patienten für eine Spontanheilung zu sorgen. Im Gegenteil, es dauert stets eine gewisse Zeit, bis der Körper beziehungsweise die Psyche darauf reagiert.

Nicht alle Antidepressiva bestehen aus einem Mix aus ausgeklügelten und fein austarierten chemischen Verbindungen. Viele Präparate setzen auf das Johanniskraut, auf einen natürlichen Wirkstoff, der chemischen Präparaten kaum nachsteht, und sind frei verkäuflich. Antidepressiva auf Johanniskrautbasis sind so wirksam, dass sie ab 2009 apothekenpflichtig werden.

Statistiken über Antidepressiva

Antidepressiva - Konsum in ausgewählten Ländern Europas > Die vorliegende Statistik zeigt den Konsum von Antidepressiva in ausgewählten Ländern Europas im Zeitraum von 2000 bis 2010. Im Jahr 2010 kamen in Deutschland rund 47 Tagesdosen (DDD) Antidepressiva auf 1.000 Personen pro Tag. (Quelle: Statista / OECD)

Antidepressiva – Konsum in ausgewählten Ländern Europas > Die vorliegende Statistik zeigt den Konsum von Antidepressiva in ausgewählten Ländern Europas im Zeitraum von 2000 bis 2010. Im Jahr 2010 kamen in Deutschland rund 47 Tagesdosen (DDD) Antidepressiva auf 1.000 Personen pro Tag. (Quelle: Statista / OECD)

Führende Antidepressiva - häufig verschriebene Antidepressivum-Marken: Citalopram, Mirtazapin, Venlafaxin, Amitriptylin, Sertralin, Opipramol, Fluoxetin, Escitalopram, Paroxetin, Doxepin (Quelle: Statista / Barmer GEK)

Führende Antidepressiva – häufig verschriebene Antidepressivum-Marken: Citalopram, Mirtazapin, Venlafaxin, Amitriptylin, Sertralin, Opipramol, Fluoxetin, Escitalopram, Paroxetin, Doxepin (Quelle: Statista / Barmer GEK)

Publiziert am: 19. August 2008

Verschlagwortet mit: , ,