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Alphablocker erklärt | Wirkung, Anwendung, Nebenwirkungen

Bei Alphablockern handelt es sich um ein Medikament, das unter anderem zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt wird. In seiner blutdrucksenkenden Wirkung werden Alphablocker so wie einige ähnlich wirkende Medikamente zu der Gruppe der Sympatholytika gezählt. Alphablocker wirken ähnlich wie der landläufig bekanntere Betablocker, zeigen allerdings stärkere Auswirkungen und sind eine jüngere Entwicklung. Von einigen Pharmazeuten wird geraten, vor einer Entscheidung für eine Therapie mit Alphablockern zunächst alternative mögliche Methoden zur Blutdruckbesserung auszuloten; so beispielsweise eine gesündere Lebensweise in Form von ausgewogener Ernährung und/oder Sport oder andere Medikationen.

Alphablocker: Wirkung & Anwendung

Die körpereigene Regulation des Herz-Kreislauf-Systems verläuft wie viele weiter Regelkreise über Nervenimpulse, die durch elektrische und chemische Reaktionen hervorgerufen und weitergeleitet werden. Als Bindeglied zwischen Nervenzellen dienen beispielsweise sogenannte Synapsen: Das Ende einer Nervenzelle gibt dort chemische Stoffe frei, die von einer angrenzenden Nervenzelle aufgenommen werden. Dabei nimmt diese angrenzende Nervenzelle freigegebene Stoffe über verschiedene Rezeptoren auf – für jeden freigesetzten Stoff sind spezialisierte Rezeptoren zuständig. Grob gesagt können so übertragene Stoffe (auch bezeichnet als Botenstoffe oder Transmitter, denn sie sind für die Weitergabe von Nervenimpulsen verantwortlich) nun entweder anregend oder hemmend auf Körperprozesse wirken: Sogenannte Alpha-Rezeptoren beispielsweise nehmen die Botenstoffe Adrenalin oder Noradrenalin auf, die anregend auf das Herz-Kreislauf-System und den Blutdruck wirken. Verabreichte Alphablocker sind nun sozusagen als Adrenalin getarnt und werden von den Alpha-Rezeptoren der aufnehmenden Nervenzelle empfangen – anders als Adrenalin und Noradrenalin blockieren Alphablocker aber die besetzten Synapsen und verhindern dort eine Aufnahme von freigesetztem Adrenalin – die Folge ist eine Blutdrucksenkung.

Alphablocker werden u.a. zur Therapie von Bluthochdruck eingesetzt (© N-Media-Images, Fotolia)

Alphablocker werden u.a. zur Therapie von Bluthochdruck eingesetzt (© N-Media-Images, Fotolia)

Neben dem Ziel der Blutdrucksenkung werden Alphablocker außerdem eingesetzt in der Therapie von Depressionen als Antidepressiva, bei sexuellen Dysfunktionen oder in der Behandlung von Vergrößerungen der Prostata (Vorsteherdrüse) – auch als ‚benigne Prostatahyperplasie‘ bezeichnet: Eine Prostatahyperplasie ist zwar in der Regel gutartig, sie kann aber zu Beeinträchtigungen der über ihr liegenden Blase führen – beispielsweise in Form von erhöhtem Harndrang und schwachem Harnstrahl. Alphablocker führen hier zur muskulären Entspannung von Prostata und Harnröhre – der Harnfluss kann verbessert werden.

Mögliche Nebenwirkungen von Alphablockern

Die Einnahme von Alphabockern kann dazu führen, dass Wasser und Salz stärker im Körper gebunden werden – was allerdings einer Blutdrucksenkung nicht zuträglich wäre. So werden von Ärzten teilweise ergänzend sogenannte Diuretika verschrieben: Auch bekannt als Entwässerungstabletten tragen Diuretika dazu bei, dass mehr Wasser und Natrium durch die Nieren ausgeschieden werden kann – und dies wirkt blutdrucksenkend. Da Alphablocker eine starke Wirkung auf den Blutdruck haben, kann es gerade zu Beginn der Medikation zu leichten oder schwereren Schwächeanfällen kommen. Auch gelegentliche Kopfschmerzen oder ein beschleunigter Herzschlag als Reaktion auf den Blutdruckabfall sind möglich.

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Publiziert am: 14. Dezember 2011

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