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Wundermittel L-Arginin? – Wirkung & Einnahme des beliebten Stoffes unter der Lupe

Bei L-Arginin (kurz: Arginin) handelt es sich um eine so genannte semiessentielle Aminosäure, die sowohl vom Körper gebildet als auch über Nahrungsmittel aufgenommen werden kann. L-Arginin besitzt dabei die Eigenschaft, der einzige Ausgangsstoff für das Molekül Stickoxid, welches gefäßaktivierend ist, zu sein. Das Stickoxid ist dabei für die Steuerung des Gefäßtonus zuständig und sorgt für eine gesunde Herz-Kreislauf-Funktion sowie gesunde Gefäße.

L-Arginin sorgt außerdem für eine ordnungsgemäße Funktion der Hirnanhangdrüse und ist deshalb neben anderen Aminosäuren an Synthese sowie Ausschüttung der Wachstumshormone beteiligt. Neben der korrekten Neubildung von Gewebe helfen sie auch bei der Erhaltung der Gesundheit von vielen Organen sowie Epithelien. Weiterhin wirkt sich L-Arginin positiv auf das menschliche Immunsystem aus, das es bei der Produktion von krankheitsabwehrenden Antikörpern unterstützend wirkt.

Bekannt ist das Mittelchen vor allen Dingen auch in Sportlerkreisen und Fitness-Studios. Grund genug, dem Zauber dahinter einmal auf die Spur zu kommen bzw. zu prüfen, wie nahe Versprechen und Wahrheit hier beieinander liegen.

Anwendung von L-Arginin in der Medizin

In der Medizin wird L-Arginin in folgenden Bereichen angewendet:

  • bei der Behandlung von Errektionsstörungen (erektile Dysfunktion) als natürliches Potenzmittel
  • Behandlungsbegleitung bei Arthrose
  • Immunsystemstärkung
  • Hörsturz (Tinnitus)

Generell ist eine ausreichend Zufuhr von L-Arginin sinnvoll, wenn eine erhöhte Infektanfälligkeit oder eine schwere Krankheit vorliegt. Ist die Zufuhr von L-Arginin nicht genügend, dann kann es zu Funktionsstörungen und Mangelerscheinungen kommen. Vor allem ist während des Körperwachstums in Kindheit und Jugendalter eine ausgewogene Ernährung besonders wichtig, damit der tägliche Bedarf gedeckt werden kann.

Nahrungsmittel, die L-Arginin enthalten

Eine geringe Menge an L-Arginin wird durch den menschlichen Harnstoffwechsel auf natürliche Weise gebildet. Dies ist jedoch nicht ausreichend für die Deckung des täglichen Mindestbedarfs von 2 bis 5 Gramm. Vor allem während des Körperwachstums, nach großen Operationen sowie bei schlimmeren Verletzungen benötigt der Körper L-Arginin, welches durch Nahrungsmittel oder auch Supplemente (siehe z.B. Anbieter wie Amitamin) zugeführt werden kann.

L-Arginin ist vor allem in rohem Schweine- sowie Hähnchenbrustfleisch zu finden (auf 100 Gramm ca. 1,4 Gramm L-Arginin). Durch die Garung vor dem Verzehr geht der Gehalt natürlich zurück. Aus diesem Grund eignen sich vor allem Nüsse (Walnüsse, Cashewnüsse) als Lieferanten für L-Arginin. Außerdem bietet sich auch roher Lachs als guter Lieferant für L-Arginin an, der pro 100 Gramm etwa 1,2 Gramm der Aminosäure enthält. Ebenfalls gute natürliche Quellen sind Kuhmilch sowie Hühnereier. Allerdings kann der Körper die Aminosäure aus tierischen Produkten eher schlecht herausfiltern, weshalb pflanzliche Produkte besser geeignet sind.

Funktionen des L-Arginin

Für den Körper übernimmt die Aminosäure L-Arginin viele lebenswichtige Funktionen. Seine Struktur lässt es zu, dass es sehr variabel einsetzbar ist. Als Vorstufe des Neurotransmitters Stickstoffmonoxid wirkt es an der Regulation von Gefäßspannungen mit und kann zudem bestimmte neuronale Prozesse beeinflussen. Es ist als Aminosäure sowohl für die Aktivität der Nervenzellen als auch für die Reizweiterleitung und Reizverarbeitung verantwortlich und verbessert durch die Stickstofffreisetzung den Blutfluss in den Arterien. L-Arginin kann aus diesem Grund vor Krankheiten wie Arteriosklerose oder sogar Herzinfarkt schützen, da es seltener zu Ablagerungen in den Gefäßen kommt.

L-Arginin wird außerdem beim körpereignenen Eiweißstoffwechsel eingesetzt. Hier fällt giftiges Ammoniak an, welches durch das L-Arginin in Harnstoff umgewandelt wird und somit nicht in den Blutkreislauf gelangt. Personen mit einer Leberzirrhose oder auch mit Hepatitis sollten hier eine geeignete Supplementierung nutzen, um die Gefahr von schweren Hirnschäden zu vermeiden. Zudem kann ein zu hoher Ammoniakspiegel zu Schlafstörungen oder Einschlafproblemen führen, weshalb sich durchaus auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln lohnen kann.



L-Arginin regt weiterhin die Freisetzung von Wachstumshormonen an, steigert den Muskelaufbau und hemmt außerdem die unkontrollierte Anreicherung von Fett. Zusätzlich hilft es beim Abbau von Lipiden und kann deshalb eine Unterstützung bei einer diätetischen Maßnahme darstellen.

Durch L-Arginin wird die Verbrennung von Nährstoffen wie Eiweißen und Fetten angeregt, der Energieumsatz des Körpers kann dadurch steigen. Außerdem wirkt es sich positiv auf den Körper bei der Regulierung des Blutzucker- sowie Blutfettspiegels aus, da es Ausschüttung und Wirkung von Insulin unterstützt.

L-Arginin bei Amazon: Unzählige Produkte mit Arginin zur Nahrungsergänzung findet man auch bei Amazon (Screenshot am 19.08.2013)

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Die Anwendung von L-Arginin

Die Einnahme von L-Arginin erfolgt entweder direkt über Nahrungsmittel oder aber über die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln. Eine ausgewogene Ernährung ist aber trotz Nahrungsergänzungsmitteln unerlässlich, da die Aminosäure nur so auch gut genutzt werden kann. Auch wenn der Körper selbst L-Arginin in geringen Mengen produziert, ist eine zusätzliche Einnahme immer von Vorteil, um Mangelerscheinungen auszugleichen.

Die Einnahme von L-Arginin-Präparaten kann immer (und sollte nur) erfolgen, wenn ein nachgewiesener Mangel besteht. Auch nach Unfällen, während einer Schwangerschaft, bei Bluthochdruck oder in Stresssituationen kann die Einnahme sinnvoll sein, da in diesen Phasen ein besonders hoher Bedarf besteht. L-Arginin kann dabei dauerhaft angewendet werden, wobei sich seine Wirkung meist erst nach einigen Tagen oder Wochen zeigt.

Eine Einnahme empfiehlt sich je nach Präparat zwei- bis dreimal am Tag. Dabei sind etwa drei bis fünf Gramm pro Tag ausreichend, um den täglichen Bedarf an L-Arginin abdecken zu können. Bei einer gesunden Ernährung und zusätzlicher Einnahme von L-Arginin-Präparaten könnte man davon ausgehen, dass es zu einer Überdosierung kommen kann. Das ist jedoch so gut wie nicht möglich, da erst ab einer Menge von 30.000 mg L-Arginin am Tag Nebenwirkungen wie Durchfall oder Magenverstimmung auftreten können. Wird die Aminosäure wieder niedriger dosiert, verschwinden diese harmlosen Nebenwirkungen schnell wieder.

Fazit

Mittlerweile vertreten Experten die Meinung, dass L-Arginin inzwischen nicht mehr nur eine semiessentielle, sondern eine essentielle Aminosäure ist. Es nimmt einen entscheidenden Einfluss auf viele wichtige Lebensvorgänge. Es unterstützt nicht nur die Produktion von Wachstumshormonen oder die Insulinbildung, sondern könne laut Verfechtern inzwischen auch unterschiedliche Krankheitsbilder eindämmen. Auf der anderen Seite gibt es auch kritische Stimmen bzw. Studien. Siehe abschließend zum Beispiel auch den Beitrag bei der Wikipedia.

Publiziert am: 20. August 2013

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