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Salbeitee zur Schweißhemmung? Hilft Salbei gegen den Schweiß?

Salbei wird seit Alters her nicht nur als Küchen-, sondern vor allem auch als Heilpflanze eingesetzt. Vielen ist seine entzündungshemmende Wirkung bei Halsschmerzen ein Begriff.Salbeitee zum Gurgeln oder Salbeibonbons zum Lutschen gehören schon fast zu den ersten Maßnahmen gegen erkältungsbedingte Halsschmerzen.

Weniger bekannt ist, dass ein Tee aus Echtem Salbei (Salvia officinalis) auch gegen übermäßiges bzw. krankhaftes Schwitzen, die sogenannte Hyperhidrose, helfen kann. Dabei gehört die schweißhemmende Wirkung – neben der entzündungshemmenden – zu den herausragendsten Eigenschaften des Salbeis.

Salbeitee soll gegen übermäßiges Schwitzen helfen und so den nervigen Schweiß eindämmen helfen (© Printemps / Fotolia)

Salbeitee soll gegen übermäßiges Schwitzen helfen und so den nervigen Schweiß eindämmen helfen (© Printemps / Fotolia)

Mit Salbeitee nur noch halb so viel schwitzen?!

Früher gehörte dieses Wissen zum Allgemeingut. Noch in den zwanziger Jahren wurden Aufgüsse und Tinkturen des Salbeis verabreicht, um dem vermehrten Nachtschweiß von Tuberkulosekranken entgegen zu wirken. Genau weiß man nicht, welche Inhaltsstoffe des Salbeis seine schweißhemmende Wirkung verursachen. Wahrscheinlich sind es die speziellen ätherischen Öle, die die Schweißdrüsenabsonderung normalisieren und das zentrale Nervensystem regulieren, welches für die Steuerung der Schweißdrüsen zuständig ist. So setzt Salbei also von beiden Seiten an: einmal greifen seine Wirkstoffe direkt in die Produktionsstätten des Schweißes ein, zum anderen in die Steuerungszentrale der Schweißbildung. Diese antihydrotische Wirkung des Salbeis konnte in mehreren Studien belegt werden. Hier heißt es, dass die Schweißhemmung bis zu zweiundfünfzig Prozent beträgt – bei einem Einsetzen der Wirkung schon nach ein bis vier Tagen Behandlung.

Frischer Salbei wirksamer als getrockneter

Am effektivsten wirkt das frische Kraut, welches sich getrocknetem Salbei als weit überlegen gezeigt hat. Salbei kann zur Schweißhemmung sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Ob Fußbäder mit Salbei gegen Schweißfüße oder die Einnahme von Salbeitinktur gegen Schwitzen infolge von Übergewicht, Nervosität oder Wechseljahresbeschwerden – die schweißhemmende Wirkung ist zuverlässig. Bei Bedarf lassen sich auch die äußerliche und innerliche Anwendung miteinander kombinieren. Im Sommer kann es angenehm sein, über den Tag verteilt Salbeitee zu trinken. Auch ist es möglich, nach dem Duschen Füße und/oder Achselhöhlen vorbeugend mit Salbeiaufguss zu waschen.

Allerdings ist von einer Langzeittherapie mit Salbei abzuraten, denn er enthält – ebenso wie Wermut – Thujon, das als gesundheitsschädlich oder gar giftig gilt. Der Thujonextrakt wird zum Aromatisieren von Wermutwein und Absinth verwendet. Eine chronische Aufnahme kann zu schweren Nervenschädigungen führen. Die gute Nachricht: Thujon ist alkohollöslich, jedoch kaum wasserlöslich, sodass bei Salbeitee bedeutend weniger Gefahr besteht als bei Alkoholika. In der Literatur wird ein Aufguss mit 15 g Salbeiblättern pro Tag als ungefährliche Menge bezeichnet. Eine Überdosierung (mehr als 15 g Salbeiblätter/Tag) kann sich in beschleunigtem Herzschlag, Schwindelgefühl, Hitzeempfindungen und sogar Krämpfen äußern.

Darüber hinaus ist beim Salbei – wie bei jedem anderen Arzneikraut auch – selbst bei den als ungefährlich geltenden Mengen zu beachten, dass sich der Körper nach einer gewissen Zeit an ihre Zufuhr gewöhnt und sie als selbstverständlich erachtet.

YOUTUBE: Kräutertipps – Salbei, damit Sie nichts mehr ins Schwitzen bringt
(www.youtube.com/watch?v=rmhNwTcRV10)