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Mit Kräutern gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit? > Welchen Kräutern sagt man welche Gesundheits-Effekte nach?

Die Pflanzenmedizin rund um Heilkräuter (auch Pflanzenheilkunde, Phytotherapie genannt) ist ein unverzichtbarer Bestandteil fast aller Medizinkulturen, wie etwa der traditionellen chinesischen Medizin oder der Medizin Japans. Auch viele westliche Patienten haben den Wunsch, gerade bei überschaubaren gesundheitlichen Problemen natürlich und ganzheitlich behandelt zu werden.

Mittlerweile rund 2.500 Pflanzenmedikamente sind auf dem Markt und bescheren den Apotheken jährliche Umsätze in Milliardenhöhe. Rund 40 % des westeuropäischen Umsatzes wird in Deutschland gemacht, denn gerade hierzulande ist das Vertrauen in der Wirksamkeit pflanzlicher Medikamente groß.

Grund genug, sich einmal die (versprochenen) Wirkungen einzelner Pflanzen und Kräuter genauer anzuschauen. Was wir mit dem folgenden Artikel heute tun wollen.

Kräuter als Heil- und Arzneimittel

In der Pflanzen- oder Kräutermedizin werden ganze Pflanzen, Pflanzenteile wie Blüten, Blätter, Stängel und Wurzeln oder isolierte Pflanzenwirkstoffe in Form von ätherischen Ölen als Tees, Massagepackungen, Badzusätze und Dampfanwendungen zur Vorbeugung und Behandlung gesundheitlicher Beeinträchtigungen genutzt. Eine systematische Erforschung heilsamer Kräuter erfolgte erstmals im 16. Jahrhundert durch Paracelsus, der versuchte, die reinen Wirkstoffe aus den Medizinalpflanzen mit Alkohol zu destillieren, ein Verfahren, mit dem im Prinzip heute noch in Unternehmen mit hochmodernen Anlagen konzentrierte Pflanzenauszüge gewonnen werden.

Beim Kauf eines Medikaments aus der Apotheke erwartet der Verbraucher ein qualitativ einwandfreies Produkt, das zuverlässig gegen seine Beschwerden hilft und zudem auch sicher in der Anwendung ist. Und das erwartet er auch, wenn er das gleiche Medikament einige Monate später nochmals käuflich erwirbt, d.h., die Wirkung muss reproduzierbar sein. Bei pflanzlichen Arzneimitteln sieht das ein wenig anders aus, es müssen Heilmittel und Arzneimittel unterschieden werden.

    • Pflanzliche Heilmittel oder sogenannte Phytotherapeutika sind pflanzliche Mittel, deren Wirksamkeit überwiegend aus der Erfahrungsmedizin stammt, die Wirkung ist aber nicht zuverlässig reproduzierbar. Kauft man sich die Zutaten für einen selbst gemischten Tee gegen Erkältungsbeschwerden, so kann er bei dem einen Patienten hilfreich sein, ein anderer verspürt aber kaum eine Wirkung. Das kann an der unterschiedlichen Qualität der getrockneten Kräuter liegen, der eine hat den Tee 10 Minuten ziehen lassen und heiß getrunken, der andere hat ihn nach 5 Minuten durchs Sieb gegeben und abgekühlt getrunken. Es existieren also keine klaren Regeln bei der Herstellung des Tees, dessen Wirksamkeit daher nicht zuverlässig ist.
    • Pflanzliche Arzneimittel hingegen enthalten immer die gleiche Wirkstoffkonzentration und werden nach genau definierten Herstellungsschritten produziert. Man bezeichnet sie daher auch als Phytopharmaka (siehe z.B. hier). Für den Verbraucher bedeutet das, dass er von einem pflanzlichen Arzneimittel Wirkungen fordern kann, während er von einem pflanzlichen Heilmittel eine Wirksamkeit lediglich erhoffen kann.
Die vorliegende Statistik zeigt die Absatzentwicklung der Arzneimittelsegmente nach Zusatzklassen in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2011. Im Jahr 2011 wurden rund 125,5 Millionen Packungseinheiten im Bereich der Phytopharmaka abgesetzt. (Quelle: Statista / BPI / Insight Health)

Die vorliegende Statistik zeigt die Absatzentwicklung der Arzneimittelsegmente nach Zusatzklassen in Deutschland in den Jahren 2009 bis 2011. Im Jahr 2011 wurden rund 125,5 Millionen Packungseinheiten im Bereich der Phytopharmaka abgesetzt. (Quelle: Statista / BPI / Insight Health)

Gegen alles ist ein Kraut gewachsen?

Auch wenn pflanzliche Arzneimittel heutzutage einen festen Platz in der Behandlung von Erkrankungen haben, ist das Vertrauen in die Heilkraft der Kräuter nicht immer gerechtfertigt und man ist gut beraten, kritisch und mit einer guten Portion gesunden Menschenverstands an die Auswahl seiner Pflanzenmedikamente heranzugehen.

In erster Linie sind Unpässlichkeiten und banale Erkrankungen wie beispielsweise Husten, Schnupfen, Heiserkeit, unkomplizierte Harnwegsinfekte, leichte Wechseljahrbeschwerden oder aber auch harmlose Unfallverletzungen eine gute Indikation für die Behandlung mit Heilkräutern.

Generell gilt, dass bei ausbleibender Linderung akuter Krankheitssymptome innerhalb von 4 bis 5 Tagen ärztlicher Rat einzuholen ist. Das Gleiche gilt für ernsthafte gesundheitliche Probleme, die insbesondere nicht in Eigenregie mit Heilkräutern behandelt werden sollten.

YOUTUBE: Heilpflanzen / Heilkräuter Top 20 mit Wirkung und Anwendung
(www.youtube.com/watch?v=-hPjx4dWHtg)

Die Kraft der Kräuter zeigt sich auch in Nebenwirkungen

Es ist ein Irrglaube, dass pflanzliche Medikamente völlig harmlos und frei von Nebenwirkungen sind, nur weil sie „natürlichen“ Ursprungs sind. Unkritisch angewendet kann es zu toxischen und allergischen Reaktionen kommen, zu diversen Nebenwirkungen wie zum Beispiel Gerinnungsstörungen und einige Kräuterextrakte können sogar krebserregend wirken.

Die pflanzlichen Medikamente müssen sich nicht unbedingt mit schulmedizinischen Arzneimitteln vertragen, es kann zu einer Verstärkung oder Abschwächung der Medikamentenwirkung kommen. Pflanzliche Präparate sind auch nicht zwangsläufig für jedermann geeignet, insbesondere bei Allergikern, Kindern und Schwangeren ist Vorsicht geboten.

Generell gilt: Unbedingt den Beipackzettel sorgfältig studieren und bei selbst hergestellten Kräutermischungen im Zweifelsfall Informationen über den Hausarzt oder Apotheker beziehen. Wer regelmäßig pflanzliche Präparate zu sich nimmt, sollte diese bei der Neuverordnung von Medikamenten durch den Hausarzt oder vor medizinischen Eingriffen wie Zahnbehandlungen oder Operationen unbedingt angeben.

Heilkräuter können zudem mit allen möglichen Substanzen kontaminiert sein, die der gesundheitlich nicht unbedingt zuträglich sind wie zum Beispiel Pestizide und Herbizide. In aller Regel sind pflanzliche Fertigarzneimittel aus der Apotheke hinsichtlich einer Schadstoffkontamination oder eines Produktionsfehlers sicher, da ihre Herstellung den gleichen strengen Qualitätskontrollen unterliegt wie die Produktion schulmedizinischer Medikamente. Vorsicht ist geboten beim Kauf von Heilkräutern über dubiose Internetadressen und insbesondere dann, wenn es sich um exotische Kräuter handelt. So ist speziell von asiatischen Kräutern und Kräutermischungen bekannt, dass sie oft erschreckend hohe Mengen an Schwermetallen enthalten sowie Inhaltsstoffe, die selbst durch aufwendige chemische Analysen nicht zweifelsfrei identifiziert werden können. Auch der vorsätzliche Zusatz von schulmedizinischen Wirkstoffen zwecks Verbesserung der Wirksamkeit pflanzlicher Wundermittel ist nicht selten.

Sowohl pflanzliche Fertigarzneimittel als auch getrocknete Kräuter sollte man daher ausschließlich über seine Apotheke beziehen und sich auf die Anwendung bei leichten Erkrankungen beschränken.

Mit Kräutern gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit

Bei Erkältungskrankheiten (siehe auch: Tröpfcheninfektion Übertragung) sind Heilkräuter eine hervorragende Alternative für schulmedizinische Husten-Medikamente. Mit altbewährten Rezepturen sollen sich die Symptome lindern, die Keimbesiedlung der Schleimhäute verringern, das Allgemeinbefinden verbessern, das Immunsystem unterstützen und die Erkrankungsdauer mit etwas Glück sogar verkürzen lassen. Für diese Therapieziele gibt es jeweils unterschiedliche Pflanzenextrakte, zu denen klinische Studien durchgeführt wurden.

  • Antibakterielle Wirkung: Meerrettichwurzel, Kapuzinerkresse, Anis, Ampferkraut, Pelargoniumwurzel und viele ätherische Öle wie z. B. Pfefferminzöl und Eukalyptus
  • Antivirale Wirkung: Myrtol, Pfefferminzöl, Thymiankraut und Anis
  • Immunstimulierende Effekte: Sonnenhut, Kamillenblüten, Echinacea und Eibischwurzel
  • Antientzündliche Effekte: Extrakte aus Kamillen- und Primelblüten, Eukalyptusblättern und Schafgarbenkraut
  • Schleimlösende Wirkung: Enzianwurzel, Thymiankraut, Eukalyptus und Primel (Fertigarzneimittel: Sinuforton® Kapseln mit Anis)
  • Bronchodilatatorische Wirkung: Thymiankraut, Efeublättern
  • Reinigung der Atemwege durch Anregung der Flimmerhärchen in den Bronchien: Pelargonium-sidoides-Wurzeln (Fertigarzneimittel: Umckaloabo® Tropfen, Tabletten oder Saft)

Bei Komplikationen, wie zum Beispiel einer Sinusitis können Bioflavonoide helfen, das in den Nasennebenhöhlen angesammelte Sekret zu verflüssigen. Empfohlen wird hier oft eine Kombination aus 5 verschiedenen Kräuterextrakten, nämlich Ampherkraut, Enzianwurzel, Holunderblüten, Eisenkraut und Schlüsselblumenblüten. Die 5-Pflanzen-Kombination gibt es als rezeptfreies Fertigarzneimittel in der Apotheke.

Besonders hilfreich sollen frisch aufgebrühte Tees sein, die die vorgenannten Kräuterextrakte enthalten und deren Zutaten man sich über die Apotheke besorgen kann. Für alle Tees gilt, dass sie nach dem Überbrühen mit kochendem Wasser abgedeckt ziehen sollen, damit sich die enthaltenen ätherischen Öle nicht verflüchtigen.

  • Erkältungstee 1
    Je 40 Gramm getrocknete Linden- und Holunderblüten mit 20 Gramm getrockneten Hagebutten mischen. Von der Mischung werden 2 gehäufte Esslöffel mit 1 Liter heißem Wasser übergossen. Nach 10 Minuten durch ein Sieb geben und über den Tag verteilt mehrere Tassen davon trinken.
  • Erkältungstee 2
    Je 30 Gramm getrocknete Weidenrinde, Holunderblüten und Eukalyptusblätter mischen. Zwei gehäufte Esslöffel der Mischung werden in ¼ Liter kaltes (!) Wasser gegeben und dann kurz aufgekocht. Nach 10-minütigem Ziehen abseihen und stündlich einen guten Schluck davon trinken.
  • Erkältungstee 3
    60 Gramm Anisfrüchte, 40 Gramm Thymiankraut, 30 Gramm Fenchelsamen und 20 Gramm Salbeiblätter werden gemischt. Ein Teelöffel der Mischung wird in einer Tasse mit heißem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Empfohlen werden 2 bis 3 Tassen täglich.
  • Erkältungstee 4
    25 Gramm zerstoßene Fenchelfrüchte werden mit je 20 Gramm Wollblumenblüten, Spitzwegerichkraut und Malvenblüten sowie 15 Gramm Süßholzwurzel gemischt. Ein Esslöffel der Teemischung wird mit ½ Liter Wasser kochendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten wird abgeseiht. Über den Tag verteilt sollen mehrere Tassen getrunken werden.

Auch äußerlich angewendet sollen Kräuterextrakte bei Erkältungserkrankungen Linderung verschaffen.

  • Wasserdampfinhalation mit Kamillenblüten
    43 ° C heißes Wasser wird in eine Schüssel gegeben, dazu eine Handvoll getrockneter Kamillenblüten, die man kurz ziehen lässt, bevor man den Kopf möglichst 20 Minuten über die Schüssel hält und ihn mit einem Handtuch bedeckt.
  • Brusteinreibung 1
    Gemischt werden 6 Gramm Kampferöl 10% mit je 3 Gramm Pfefferminzöl und Eukalyptusöl 80% sowie 2 Gramm Thymianöl. Die Mischung wird mit 30 Gramm Wollwachsalkoholsalbe verrührt und die Salbe mehrmals täglich auf den Brustkorb aufgetragen.
  • Brusteinreibung 2
    40 ml Kampferspiritus werden mit je 10 ml Rosmarin- und Lavendelöl sowie 40 ml Neutralöl vermischt. Die Mischung soll dreimal täglich aufgetragen werden.

Gegen Husten sollen Extrakte aus Spitzwegerich, Isländisches Moos, Eibisch, Thymian, Spitzwegerich, Sonnentau und Wollblumen helfen, die es als Sirup, Gurgellösung, Lutschtabletten und Hustenbonbons gibt. Als pflanzliches Fertigarzneimittel wird hier häufig Bronchipret® empfohlen. Als Saft enthält das Arzneimittel Thymian- und Efeuextrakte, als Tablette Thymian- und Primelextrakte.

Heilkräuter und Co: Kamille ist ein Klassiker unter den pflanzlichen Heilmitteln (© Printemps / Fotolia)

Kamille ist ein Klassiker unter den pflanzlichen Heilmitteln (© Printemps / Fotolia)

Kräuter bei Magen-Darm-Problemen

Bei Magen-Darm-Problemen richtet sich die Auswahl der Heilkräuter nach den im Vordergrund stehenden Beschwerden, meist werden Heilkräuterkombinationen empfohlen.

  • Magenbeschwerden: Kamille, Süßholz, Pfefferminze
  • Diarrhoe: Leinsamenschleim oder Flohsamenschalen, evtl. in Kombination mit Pfefferminzöl; Eichenrinde, Hauswurz
  • Obstipation: Leinsamen und Flohsamen/indische Flohsamen
  • Krämpfe, Blähungen: Pfefferminzöl, ggf. mit Anis-, Fenchel- oder Kümmelöl kombiniert
  • Funktionsstörungen, z.B. Reizdarm: Kombinationspräparate aus Pfefferminz- und Kümmelöl oder aus Extrakten der bitteren Schleifenblume, Angelikawurzel, Kamillenblüten Kümmelfrüchten, Mariendistelfrüchten, Melissenblättern, Pfefferminzblättern, Schöllkraut und Süßholzwurzel.

Die Heilpflanzenkombinationen gibt es als Fertigarzneimittel und fertige Teemischungen aus der Apotheke, man kann sich aber auch Teemischungen selbst zusammenstellen:

  • Magentee 1
    Je 20 Gramm Kamillentee und Pfefferminze werden mit 10 Gramm Schafgarbe gemischt. Von der Mischung 2 Teelöffel mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen und dann abseihen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken.
  • Magentee 2
    Je 20 Gramm Fenchel, Pfefferminzblätter, Kamillenblüten, Melisse mit 10 Gramm Majoran mischen, davon 1 Teelöffel mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Täglich 2 bis 3 Tassen davon trinken.
  • Krampflösender Tee (z.B. bei Blähungen) Je 40 Gramm Anis- und Fenchelsamen mit 20 Gramm Kamillenblüten mischen. Einen Esslöffel der Mischung mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Nach dem Abseihen schluckweise trinken.
  • Tee gegen Durchfall
    10 Gramm getrockneter Hauswurz in 1 Liter kochendes Wasser geben und 10 Minuten ziehen lassen, dann abseihen. Im Abstand von 2 Stunden jeweils 1 Tasse trinken.

Hilfreiche Kräuter gegen Frauenleiden

  • Zur Linderung prämenstrueller Beschwerden werden Traubensilberkerze, Mönchspfeffer und sibirischer Rhabarber empfohlen. An Fertigarzneimittel stehen zur Verfügung: Klimadynon® uno Dragees (Traubensilberkerze), Agnucaston® Dragees oder Tropfen (Mönchspfeffer) und Phyto-Strol® Dragees (Sibirischer Rhabarber).
  • Teemischung bei schmerzhafter Periodenblutung: Gemischt werden 20 Gramm Gänsefingerkraut mit je 10 Gramm Scharfgarbenkraut, Melissenblätter, Frauenmantelkraut, Kamillenblüten und Ingwer. Pro Tasse werden 2 Teelöffel der Mischung mit 150 ml Wasser übergossen und nach 15 Minuten durch ein Sieb gegeben. Empfohlen werden 2 bis 3 Tassen täglich, am besten schon einige Tage vor der zu erwartenden Menstruation.
  • Die Pflanzenheilkunde bietet eine reiche Palette an sanfter Unterstützung und Therapie milder Wechseljahrbeschwerden. Bei Hitzewallungen werden Salbei, Schwarze Johannisbeere (Blätter) und Frauenmantel zubereitet als Tee empfohlen. Gegen Schlaflosigkeit sollen Melisse, Hopfen, Passionsblume und Baldrian helfen.
  • Wechseljahrstee
    40 Gramm Salbeiblätter werden mit 30 Gramm Traubensilberkerzenwurzelstock, 20 Gramm Frauenmantelkraut und 10 Gramm Johanniskraut gemischt. Einen halben Liter Wasser aufkochen, vom Herd nehmen und 2 bis 3 gehäufte Esslöffel der Teemischung dazugeben. Nach 15 bis 20 Minuten abseihen und schluckweise über den Tag verteilt trinken.
  • Teemischung bei Endometriose: Gebärmutterschleimhaut, die sich außerhalb der Gebärmutter irgendwo in der Bauchhöhle angesiedelt hat, kann in Abhängigkeit vom Menstruationszyklus krampfartige Beschwerden unterschiedlicher Intensität auslösen. Zur Linderung leichter Beschwerden wird folgende Teemischung empfohlen: Schafgarbe, Goldrute, Schachtelhalm, Frauenmantel, Melisse, Himbeerblätter, Gänsefingerkraut werden zu gleichen Teilen gemischt und 2 Esslöffel der Mischung mit 500 ml nicht mehr kochendem Wasser übergossen. Nach 10.minütigem Ziehen wird abgeseiht. Im Sinne einer Kur sollten täglich 3 Tassen davon getrunken werden.

Kräuter gegen Rückenschmerzen und Co.

Heilkräuter können auch bei orthopädischen Problemen gegen Schmerzen und Entzündungsreaktionen eingesetzt werden, entweder „solo“ bei leichten Beschwerden oder zur Unterstützung schulmedizinischer Maßnahmen. Der Einsatz pflanzlicher Präparate richtet sich somit nicht nur nach der Diagnose, sondern in erster Linie nach der Intensität der Beschwerden. Hilfreich sollen Weidenrinde, Teufelskralle und Paprikafrüchte sein.

  • Weidenrinde enthält eine Substanz, die der in Aspirin® enthaltenen Salizylsäure ähnlich ist. Sie wirkt daher schmerzlindernd und entzündungshemmend und wird überwiegend bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Im Gegensatz zu den typischen schulmedizinischen Medikamenten ist das Nebenwirkungsspektrum sehr gering, insbesondere wird der Magen geschont und es kommt zu keinen Gerinnungsproblemen, die bei hoch dosierter Aspirin®-Einnahme die Regel sind.
  • Teufelskralle hat eine ähnliche Wirkung wie Weidenrinde, wird aber hauptsächlich bei Verschleißerscheinungen des Bewegungsapparats eingesetzt.

Während Weiderinde und Teufelskralle oral als Tabletten, Dragees oder Kapseln (z.B. Assalix® Tabletten bzw. Teufelskralle-ratiopharm® Tabletten) angewendet werden, werden die Extrakte von Paprikafrüchten, sogenannte Capsaicinoide, lokal aufgetragen (Capsamol®-Salbe oder Hansaplast® med ABC Wärme-Pflaster). Über einen komplizierten Prozess kommt es zu einem lokalen Wärmegefühl, das gegen rheumatische Beschwerden und Muskelverspannungen im Schulter-Arm-Bereich und der Wirbelsäule helfen soll.

YOUTUBE: Magische Kräuter
(www.youtube.com/watch?v=2QdadByHkNs)