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Entschlackung des Körpers | Wie geht’s, und was ist umstritten?

Der moderne Mensch setzt seinen Körper täglich zahlreichen Stoffen aus, deren Abbau für den Organismus eine große Herausforderung darstellt. Koffein, Nikotin und auch Alkohol sind in zahlreichen Genussmitteln erhalten, die man heute oft und gerne zu sich nimmt. So groß der Genuss auch sein mag, aus biologischer Sicht stellen diese Stoffe Gifte dar, die den Körper enorm belasten. Genauso verhält es sich mit Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln, die unbemerkt über die Nahrung mit aufgenommen werden. Zu dieser Gruppe gesellen sich auch Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Im Allgemeinen wird der Körper gut mit solchen Giften fertig. Treten sie jedoch gehäuft auf, so wird der Organismus quasi überrannt und lagert die Stoffe nach Ansicht der Entschlackungsbefürworter vor allem im Bindegewebe ein. Folge dessen sollen Hautprobleme, Müdigkeit und sogar Rheuma sein. Die Naturheilkunde empfiehlt dem Patienten daher, diese so genannten Schlacken loszuwerden, um Erkrankungen zu lindern und das Körpergefühl zu verbessern. Auch das Hautbild soll sich durch eine Entschlackungskur verbessern, was vor allem Menschen mit Akne und Orangenhaut freuen dürfte.

Wie läuft eine solche Entschlackung ab?

Wie das Entschlacken vonstatten gehen soll, darüber gibt es verschiedene Meinungen. Eine beliebte Vorgehensweise ist das Heilfasten nach Buchinger. Hierbei handelt es sich um eine strenge Nulldiät, bei der der Anwender lediglich zu Kräutertees, Brühe und Saft greifen darf. Das Heilfasten beginnt mit ein bis zwei Entlastungstagen, während denen der Speiseplan hauptsächlich aus Obst, Gemüse und Reis besteht. Dann folgt der erste Fastentag, an dem der Körper durch Glaubersalz und Darmspülungen von innen gereinigt wird. Eine Fastenkur nach Buchinger dauert etwa eine Woche und endet mit dem so genannten Fastenbrechen, bei dem man wiederum mit leichten Speisen wie Obst beginnt, den Körper wieder an feste Nahrung heranzuführen.

Es gibt jedoch auch weniger strenge Varianten des Entschlackens, bei denen der Anwender lediglich auf eine möglichst basische Ernährung achten soll. Kräuter wie Löwenzahn oder Brennnesseln sollen entgiftend wirken und werden zur Unterstützung des basischen Speiseplans herangezogen.

Umstritten und beliebt: Entschlackungsdiäten zum Entschlacken des Körpers © kei u / fotolia

Umstritten und beliebt: Entschlackungsdiäten zum Entschlacken des Körpers © kei u / fotolia

Kritik am „Entschlackungs-Hype“

Obwohl viele Anhänger der Naturheilkunde auf das Entschlacken schwören, gibt es aus medizinischer Sicht keinen Hinweise darauf, dass es im Körper überhaupt so etwas wie Schlacken gibt. Sämtliche Giftstoffe, die über Nahrung oder Umwelt aufgenommen werden, landen früher oder später in den Nieren oder in der Leber, von wo aus sie dann über die Haut, den Urin oder den Stuhlgang ausgeschieden werden (vgl. Schleim im Stuhl). Aus medizinischer Sicht ist der Körper kein Rohrsystem, das von Zeit zu Zeit durchgespült werden muss, er reinigt sich selbst. Allerdings räumt die Schulmedizin ein, dass eine Entschlackungskur bei der Umstellung auf eine gesündere Ernährung helfen kann, da auf Dickmacher wie Alkohol, Fett und Zucker verzichtet wird. Trotzdem sollten nur gesunde Menschen überhaupt fasten und das auch nur unter ärztlicher Aufsicht.

Publiziert am: 19. Juli 2011

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